Giraffen für musikalische Leistungen

Bereits zum sechstenmal verleiht der Appenzeller Blasmusikverband (ABV) zwei Preise – einerseits für nachhaltige Jugendförderung, andererseits für spezielle Leistungen von Jugendlichen. Für den Verband wird ein neuer Präsident gesucht.

Karin Steffen
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Preisträgerin Farida Hamdar (links) freut sich über die Gratulation von Heinz Jucker. In Vertretung von Remo Waldburger nimmt Manuela Ehammer den ABV-Giraffen von Patrick Schinnerl entgegen. (Bild: kst)

Preisträgerin Farida Hamdar (links) freut sich über die Gratulation von Heinz Jucker. In Vertretung von Remo Waldburger nimmt Manuela Ehammer den ABV-Giraffen von Patrick Schinnerl entgegen. (Bild: kst)

OBEREGG. Am Wochenende überreichte der Appenzeller Blasmusikverband an der Präsidenten- und Dirigentenkonferenz im «Ochsen» in Oberegg die begehrten ABV-Preise. «Mit dem ABV-Preis <Jugend belohnen> wollen wir Jugendliche auszeichnen, die mit speziellen musikalischen oder organisatorischen Leistungen auf dem Gebiet der Blasmusik auf sich aufmerksam machen», leitet Patrick Schinnerl, Ressortleiter Jugend, die Laudatio ein. Und spezielle, um nicht zu sagen hervorragende Leistungen hat die diesjährige Preisträgerin Farida Hamdar wirklich vollbracht. Über das Hackbrett kam die 18jährige Preisträgerin aus Rehetobel zum Schlagzeug und somit in die Blasmusik.

Mit Bestnote abgeschlossen

Die Musik-Matura hat Hamdar nicht nur auf dem Schlagzeug, sondern auch in klassischem Gesang mit der Bestnote abgeschlossen. Nebst vielen anderen Höchstleistungen erspielte sie sich im vergangenen Jahr den Ostschweizer Solo-Champion-Titel mit dem Snare Drum, der kleinen Trommel. Dieser Titel liess sie am Prix Musique 2015 in Aarau teilnehmen. Strahlend nimmt die Preisträgerin den Pokal in Form einer Giraffe, für Weitsicht und Grösse, und das Preisgeld von 500 Franken entgegen. Eine Auszeichnung für innovative, wirkungsvolle und nachhaltige Jugendförderung überreicht der ABV Remo Waldburger aus Stein in Abwesenheit. Seit 15 Jahren vermittle er Jungen mit viel Freude und Herzblut das Spielen eines Blasmusikinstruments, gründete vor einigen Jahren eine Jugendmusik und organisiere und leite alle zwei Jahre ein Jugendmusiklager, begründet Schinnerl die Wahl. Nebst dem Pokal erhält Waldburger ein Preisgeld von 1000 Franken, welches er zweckgebunden zu Gunsten der Jugendförderung einsetzen soll.

Appenzellerland – magnifique

Rückblickend freut sich der Verbandspräsident Heinz Jucker über den gelungenen Auftritt am Marché-Concours in Saignelégier. Die beiden Appenzeller Kantone wurden an der Nationalen Pferdeschau im Jura als Ehrengäste begrüsst. Musikalisch begleitet hat die Delegation die Musikgesellschaft Oberegg und der Musikverein Herisau. Sorgen bereitet Jucker der Mitgliederschwund einzelner Vereine. Der Verband versuche dem mit der finanziellen Unterstützung von Lagern und vermehrter Öffentlichkeitsarbeit entgegenzuwirken. Andererseits sei es erfreulich, dass der Mitgliederbestand über das gesamte Verbandsgebiet leicht steigend sei.

Neuer Präsident gesucht

Der Verband ist auf der Suche nach zwei neuen Vorstandsmitgliedern. Die Zeiten, als es beim ABV Kampfwahlen gab, seien leider vorbei, bedauert Jucker. Er zeigt sich jedoch überzeugt, dass die Vakanzen, die er und Schinnerl hinterlassen werden, wieder besetzt werden können. Gerne sähe Jucker eine Kandidatur aus dem Innerrhodischen, da es seit vielen Jahren im Vorstand nicht mehr vertreten ist.