Gewohnt gelungener Männerchorabend

Die vereinigten Männerchöre Krinau-Rietwies können auf ihr traditionelles Erfolgsrezept für ihre Abendunterhaltung bauen. Dazu holte Dirigent Sepp Bernet am Samstagabend aus dem Chor alle Finessen heraus.

Kathrin Burri
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Sepp Bernet dirigiert den Männerchor Krinau-Rietwies seit 20 Jahren. (Bild: Sara Oesch)

Sepp Bernet dirigiert den Männerchor Krinau-Rietwies seit 20 Jahren. (Bild: Sara Oesch)

KRINAU. Lieder begleiten eine Reise durch das Land, die Magd melkt den Verehrer. Tanz, Bar und eine Tombola, im Kreise der vereinigten Männerchöre Krinau und Rietwies liess es sich feiern bis in den Morgen hinein. Das Erfolgsrezept ist einfach: Die Lieder sind bewährt und dazwischen mutig neu, es wird auf Dynamik geachtet. Beim Theater kann auf eine bewährte Gruppe gezählt werden, dazu kommen neue Spielerinnen und Spieler. Ausgewählt wird das Stück mit dem höchsten Bauchmuskelschmerzfaktor vom Lachen. Mit diesen Zutaten konnte der Abend nur gelingen.

Aus dem Repertoire

Dirigent Sepp Bernet, der den Männerchor Krinau-Rietwies seit zwanzig Jahren leitet und dafür mit einem wunderschönen Notenständer geehrt wurde, kennt die Kompetenzen des Chores genau. Da ist der Tenor, der auf tragfähige Stimmen angewiesen wäre, und da ist der Altersdurchschnitt der Männer, der Freude über jede junge Männerstimme hätte. Sepp Bernet dirigiert mit Elan, er insistiert in Dynamik, in präzise Schlusskonsonanten, er lässt ausklingen und wenn nötig, singt er lautstark mit und trägt seine Chörler durch die Passagen durch. Im Jahr gibt der Chor mindestens zwanzig Konzerte, sei es bei Geburtstagen aus den Reihen oder bei kirchlichen Anlässen.

Mit bewährten alten Männerchorliedern wird am Samstagabend der Anfang gemacht. Ann-Sophie Mayr aus Krinau moderierte den Abend. Als Vizedirigentin kennt sie den Chor bestens. «Und dazu fand ich mal eine Frauenstimme auf der Bühne angenehm neu», begründete Präsident Georg Bernet seine Wahl der Moderatorin. Die Reise begann beim «Brunnen vor dem Tore», ging bis in den Thurgau und endete beim Elternhaus. Die bewährten Lieder aus dem Repertoire begeistern. Aber auch neue Stücke gelangen gut, erfreuten das Publikum, etwa der Schlager «Sag Dankeschön mit roten Rosen» oder das volkstümliche Stück «Läb wohl» von Ruedi Roth aus Hemberg. Bei der Zugabe gehörte der «Bajazzo» dazu, das Lieblingslied des Publikums, wie eine Zuhörerin weiss.

Liebe auf Umwegen

Bis die Magd Lina die Liebe ihres Lebens findet, braucht es Zeit und eine «Aussenrenovation». Stöckelschuhe und ein kurzes Röcklein nützen wenig bei ihrem netten Bewerber, denn ihre Manieren sind nicht die einer Traumfrau. Da braucht es erst den Ratschlag des Bauern, sich in Ohnmacht fallen zu lassen und seinen Befehl an Knecht Max, sie mit «Mund-zu-Mund-Beatmung» zu behandeln. Dass so sehr gelacht wurde, hing nicht nur am Inhalt des Stückes von Carmelo Pesenti, sondern auch an den schauspielerischen Fähigkeiten der Theatergruppe.

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