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Gewerblerin mit Freiheitsdrang

Der Einwohnerrat hat eine neue Präsidentin. Barbara Zeller (FDP) ist gestern zur höchsten Herisauerin gewählt worden. Sie will unter anderem dazu beitragen, das Ansehen des Parlaments in der Öffentlichkeit zu stärken.
Jesko Calderara
Die neue Einwohnerratspräsidentin Barbara Zeller gehört seit 2007 dem Parlament an. Sie bezeichnet ihre politische Einstellung als grünliberal. (Bild: cal)

Die neue Einwohnerratspräsidentin Barbara Zeller gehört seit 2007 dem Parlament an. Sie bezeichnet ihre politische Einstellung als grünliberal. (Bild: cal)

HERISAU. Seit gestern abend ist Barbara Zeller die höchste Herisauerin. Die 58-Jährige, die zusammen mit ihrem Ehemann eine Metzgerei führt, wurde zur Einwohnerratspräsidentin gewählt. Sie löst Peter Künzle ab. Zeller sieht das Amt nicht als Krönung ihrer politischen Karriere. Vielmehr hebt sie ihr Pflichtgefühl hervor: «Man sollte im eigenen Dorf Verantwortung tragen.» Dazu gehöre auch die Übernahme eines Präsidiums dazu. Eine solche Haltung ist bezeichnend für die freisinnige Gewerblerin, die im Gespräch einen bodenständigen und pragmatischen Eindruck hinterlässt. Zu den wichtigsten Aufgaben der Einwohnerratspräsidentin gehören die Leitung der Parlamentssitzungen sowie die Legislaturplanung mit dem Gemeinderat. In den nächsten Jahren wird sich der Einwohnerrat mit wichtigen Themen beschäftigen. Als Beispiel nennt Zeller die Ortsplanung, das Legislaturprogramm mit den Handlungsfeldern sowie die Renovation der Kirche.

Mehr Präsenz zeigen

Ein besonderes Augenmerk will die höchste Herisauerin auf repräsentative Auftritte legen. «Meiner Meinung nach sollten sich die Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte nicht nur vor Wahlen unter die Leute mischen.» Mit ihrer Präsenz an öffentlichen Anlässen will sie die Bevölkerung auf die Arbeit des Gemeindeparlaments neugierig machen. «Ich bedaure das zuweilen geringe Interesse an den Sitzungen des Einwohnerrats.» Insgesamt rechnet Zeller mit einem wöchentlichen Zusatzaufwand für das neue Amt von fünf bis zehn Stunden. Im Einwohnerrat wird sie künftig als Moderatorin auftreten und sich aus Debatten heraushalten müssen. «Das ist kein Problem für mich.» Der eigentliche Meinungsbildungsprozess finde sowieso in der Fraktion statt, wo sie weiterhin ihre Meinung frei äussern könne.

Politisch aktiv ist Zeller seit 2007. Nach einigem Zögern und ohne zu wissen, was auf sie zukommt, kandidierte das FDP-Mitglied damals für einen Sitz in der Herisauer Legislative. Anfänglich habe sie mit den teilweise zähen Diskussionen im Parlament Mühe gehabt, sagt Zeller rückblickend. «Als Gewerblerin bin ich es gewohnt, rasch zu handeln.» Unterdessen habe sie aber grosse Freude an der politischen Arbeit bekommen. Die Zusammenkunft mit den unterschiedlichsten Menschen erweitere ihren Horizont. Mehrere Jahre gehörte Zeller der Geschäftsprüfungskommission an. Diese Tätigkeit habe viel zu ihrem politischen Verständnis beigetragen. In der GPK lerne man, wie eine Gemeinde funktioniere. Laut Barbara Zeller hat sich der Einwohnerrat in den letzten knapp zehn Jahren verändert. Er mische sich heute vergleichsweise stärker ein und fordere mehr vom Gemeinderat. Zeller lobt in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit der Exekutive.

Grünliberales Profil

Aufgrund ihres «Appenzeller Freiheitsdrangs» politisiert die frisch gewählte Einwohnerratspräsidentin in der FDP. Ihr politisches Profil umschreibt sie mit grünliberal. «Die FDP gibt seinen Mandatsträgern den Freiraum, auch mal abseits der Parteilinie Positionen vertreten zu können.» Parteiintern gilt Zeller als zuverlässig und integer. Sie sei mit ihrer kompetenten und kollegialen Art sehr beliebt in der Fraktion, sagt Roger Mantel, der als Präsident der FDP Herisau selbst dem Einwohnerrat angehört. «Barbara Zeller hat gute Ideen und ist sehr engagiert.» So präsidiert sie zusammen mit Ariane Brunner die Frauenzentrale Appenzell Ausserrhoden. Die höchste Herisauerin will ihre Amtsjahre nutzen, um Frauen für politisches Engagement zu motivieren.

Die ausführliche Berichterstattung zur Sitzung des Einwohnerrates folgt in der Ausgabe vom Freitag.

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