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Gesamterneuerungswahlen: Offensive des Gewerbevereins Herisau irritiert

Die Ambitionen des Gewerbevereins und der Parteiunabhängigen im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen lösen nicht nur Begeisterung aus. Nicht alle Parteien sehen darin eine Notwendigkeit.
Alessia Pagani
Gewerbeverein und Parteiunabhängige gehen in Herisau erstmals mit eigener Liste in die Wahlen. (Bild: Martina Basista)

Gewerbeverein und Parteiunabhängige gehen in Herisau erstmals mit eigener Liste in die Wahlen. (Bild: Martina Basista)

Der Gewerbeverein Herisau geht mit einer eigenen Liste in die Gesamterneuerungswahlen – dies zum ersten Mal überhaupt und gemeinsam mit den Parteiunabhängigen. Es sollen mehr Gewerbervertreter in die Parlamente einziehen und dort ihre Anliegen vertreten, so das Credo von Gewerbevereinspräsident Aldo Carrera. Politikwissenschafter Maximilian Koch von der ecopol AG zu den Ambitionen des Gewerbes:

«Wettbewerb – vor allem auch in der Politik – ist grundsätzlich gut.»

«Wenn sich ein Gewerbeverein dazu entschliesst, selber «Partei» zu werden, so ist das grundsätzlich legitim – denn Parteien machen Interessenvertretungen», so Koch weiter. Als mögliche Gründe für den Effort nennt er einen zu geringen Einfluss in den Räten, das Gefühl von Untervertretung oder des Übergangen-Werdens und die Möglichkeit, mehr Verantwortung und Macht zu übernehmen. Maximilian Koch:

«Wahlen sind, durch das Bereitstellen geeigneter Kandidaturen, vor allem Parteiaufgabe. Spannend ist, dass sich der Gewerbeverein Herisau offensichtlich durch die aktuellen Vertreterinnen und Vertreter von wirtschaftsfreundlichen Parteien lokal nicht mehr vertreten fühlt und deshalb eine eigene Liste zusammenstellt.»

Nicht überall wird der Angriff des Gewerbevereins begrüsst. So hat Gemeinderatsanwärter Roger Mantel für seine klaren Aussagen in einem Interview mit dieser Zeitung (Ausgabe vom 14. Februar) Kritik einstecken müssen. Neuerlich mag er sich der Präsident der FDP Herisau nicht zu diesem Thema äussern.

Herisau besteht nicht nur aus Gewerblern

Was sagen die anderen Parteien zu den Ambitionen des Gewerbevereins? Mathias Steinhauer, Präsident der EVP Herisau, verweist auf die demokratischen Grundrechte, wonach alle frei sind, sich an Wahlen zu beteiligen. Steinhauer hinterfragt allerdings auch die Notwendigkeit einer eigenen Liste.

«Dass der Gewerbeverein gerade im Einwohnerrat untervertreten sein soll, stelle ich in Frage. Wir haben und hatten in der Vergangenheit immer gute Gewerbevertreter im Rat.»

Sollten sich Gewerbler in den Parlamenten untervertreten fühlen, müssten allenfalls die Parteien reagieren, so Steinhauer. Zudem müsse man beachten, dass Herisau nicht einzig aus Gewerblern bestehe.

Als demokratisches Recht, sich jederzeit an Wahlen zu beteiligen, sieht auch der Herisauer SVP-Präsident Christian Oertle den Vorstoss: «Wir finden es sehr positiv, dass der Gewerbeverein auch in die Wahlen geht und so Verantwortung wahrnimmt», sagt Oertle, der allerdings auch einen Knackpunkt sieht: «Dass auf der Liste des Gewerbevereins auch Bürger sind, die nichts mit dem Gewerbe zu tun haben, irritiert. Was passiert, wenn Kandidatinnen und Kandidaten gewählt werden, die nichts mit dem Gewerbeverein zu tun haben?», stellt der Christian Oertle die Frage in den Raum. Auswirkungen auf den eigenen Wahlkampf habe die Offensive der Gewerbler allerdings nicht.

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