Gewerbe ist gegen Traglufthalle

Wenige Tage vor der Abstimmung über eine Traglufthalle in Appenzell meldet sich das Gewerbe zu Wort. Dieses bemängelt die zu grosse Beteiligung der öffentlichen Hand. Die Kräfte sollen für ein neues Hallenbad gebündelt werden.

Roger Fuchs
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Albert Manser Präsident des Kantonalen Gewerbeverbandes AI (Bild: pd)

Albert Manser Präsident des Kantonalen Gewerbeverbandes AI (Bild: pd)

APPENZELL. «Wir sind dagegen», bringt der Innerrhoder Gewerbepräsident Albert Manser die einhellige Haltung des Gewerbevorstandes zur geplanten Traglufthalle beim Freibad Forren auf den Punkt. Diesen Freitag werden die Schulbürgerinnen und -bürger von Appenzell darüber befinden, ob eine solche Traglufthalle mit finanziellen Beiträgen unterstützt werden soll. Konkret geht es um maximal 800 000 Franken für die Planung und den Bau und um die Übernahme von maximal 150 000 Franken an den jährlichen Betriebskosten von 0,5 Millionen Franken.

Zweifel an Berechnungen

Albert Manser attestiert den Initianten der Traglufthalle – der Interessengemeinschaft «Schwimmen in Appenzell» – dass sie ihr Vorhaben durchaus gut aufbereitet hätten. Doch auch wenn sie versicherten, sehr konservative Berechnungen angestellt zu haben, so würden dem Gewerbe die berechneten Einnahmen durch Eintritte als zu optimistisch erscheinen. Und Manser schliesst nicht aus, dass es plötzlich noch mehr öffentliche Gelder braucht als von der IG kommuniziert. Gleichzeitig schwingt in seinen Ausführungen der Punkt mit, dass hier ein Präjudizfall geschaffen würde. «Wie will man bei anderen Sportarten Nein sagen, wenn für den Schwimmsport Unterstützungsbeiträge gutgeheissen werden?»

Gehört haben will Albert Manser auch Stimmen, die befürchten, dass mit einer Traglufthalle das Hallenbad-Projekt konkurrenziert werde. Dadurch falle der Druck weg, in dieser Sache vorwärts zu machen. Letztlich könnte sogar das Hallenbad als Ganzes in Gefahr geraten, wenn auf die Lösung einer Traglufthalle gesetzt werde.

Der Kantonale Gewerbeverband steht gemäss dem Präsidenten weiterhin hinter einem Hallenbad – einem, das der breiten Bevölkerung diene und nicht nur die Interessen der Schwimmer berücksichtige.

Bei Ja bleibt Ungewissheit

Dem Gewerbevorstand wäre es lieb, wenn am kommenden Freitag klare Verhältnisse geschaffen werden und die Traglufthalle abgelehnt wird. Bei einem Ja sei weiterhin nicht klar, wie die noch fehlenden Gelder für den Betrieb zusammenkommen. Andere Körperschaften wie Bezirke oder der Kanton wären wohl die Adressaten weiterer Anträge und müssten dann darüber befinden. Und so würde noch lange die Ungewissheit mitschwingen, ob die benötigten Finanzen überhaupt je vorhanden sind.

Auch wenn sich das Gewerbe gegen die von der Schulgemeinde Appenzell gestellten Anträge stellt, so stuft Manser die Chance als gross ein, dass es exakt andersherum ausgehen könnte – dies vorab dann, wenn es der IG «Schwimmen in Appenzell» gelinge, für die in der Regel eher mager besuchte Schulgemeindeversammlung zu mobilisieren.

Gemäss Innerrhodens Gewerbepräsident Albert Manser gibt es Stimmen, wonach eine Traglufthalle über dem Freibad Forren (Bild) einen Hallenbadneubau konkurrenzieren könnte. (Bild: rf)

Gemäss Innerrhodens Gewerbepräsident Albert Manser gibt es Stimmen, wonach eine Traglufthalle über dem Freibad Forren (Bild) einen Hallenbadneubau konkurrenzieren könnte. (Bild: rf)