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Gewerbe fordert einen Marschhalt

Die Bauarbeiten rund um die Ortsdurchfahrt Teufen ziehen sich aufgrund von Einsprachen und Projektänderungen in die Länge. Das Gewerbe fordert nun eine Aussprache mit den Appenzeller Bahnen.
Astrid Zysset
Die Bauarbeiten rund um die Ortsdurchfahrt Teufen verzögern sich. Das Gewerbe sieht dies mit Besorgnis. (Bild: PD)

Die Bauarbeiten rund um die Ortsdurchfahrt Teufen verzögern sich. Das Gewerbe sieht dies mit Besorgnis. (Bild: PD)

Die Rede ist von Existenzängsten, von Befürchtungen der Gewerbebetriebe, dass die Bauarbeiten der Appenzeller Bahnen (AB) zu massiven Umsatzeinbussen führen werden. «Aber wir sind auch um unser Dorfleben besorgt», so Gewerbevereinspräsident Oliver Hörler. Der Ausschuss «Gewerbe Dorf», welcher als Ansprechorgan für die Behörden und die Bahn, wenn es um Fragen der Ortsdurchfahrt geht, gegründet wurde, hat sich gestern an die Medien gewandt. Die Botschaft: Die Arbeiten rund um die geplante Doppelspur dauern zu lange. Einsprachen und Projektänderungen haben zu Verzögerungen geführt: Der Kreiselbau hatte sich verschoben, ebenso der Bahnhofsumbau. Und die Doppelspur an sich muss verlängert werden. All das führt zu einer viel längeren Bautätigkeit als ursprünglich angenommen. «Wir wussten, dass mit dem Bau der Doppelspur Unannehmlichkeiten auf uns zukommen», so Hörler. Doch die Arbeiten sollten besser koordiniert werden. Einen Monat dauerten die Arbeiten für die neue Fundation beim Kreisel, einen anderen Monat nahmen Kabelkanalarbeiten durch das Dorfzentrum in Anspruch. Ursprünglich war geplant gewesen, den Grossteil der Bautätigkeit während der Totalsperre der Strecke zwischen St. Gallen und Teufen in diesem Herbst durchzuführen. «Wenn wir immer wieder Baustellen im Dorf haben, bleibt die Kundschaft aus.» Seitens des Gewerbes wird auch der Verdacht geäussert, dass das gesamte Projekt massiv teurer werden könnte.

Urs Alder, Kantonsrat und Sprecher des Ausschusses: «Es ist im Dorf eine Verunsicherung und ein gewisser Missmut zu spüren. Es sind unterschiedliche Informationen zum Ablauf und den Verhandlungen rund um die Bautätigkeit im Umlauf, die zu Verwirrungen führen.» Näher möchte er nicht darauf eingehen. Dem Ausschuss sei nicht daran gelegen, die Situation zu verschärfen. «Wir fordern aber einen Marschhalt. Bei jeder Projektierung, die finanziell oder zeitlich aus dem Rahmen zu fallen droht, braucht es einen Stopp, eine Auslegeordnung und eine Neubeurteilung der Situation», so Alder. Eine gemeinsame Aussprache mit den Appenzeller Bahnen, dem Kanton und der Gemeinde wird gefordert. Eine Informationsveranstaltung für das Gewerbe sei bereits auf vergangenen Sommer geplant gewesen, wurde aber auf den Herbst verschoben und dann wieder abgesagt. Zu viele Unsicherheiten hätten bestanden, als dass verlässliche Auskünfte möglich gewesen wären. Liegt die Zusammenarbeit denn im Argen? «Nein», sagt Hörler. «Wir haben einen guten Kontakt zur Bahn und zu den Behörden. Aber es gibt zuwenige verbindliche Aussagen. Wir brauchen Klarheit.»

Genaue Baubeginn weiterhin unklar

Seitens der Appenzeller Bahnen zeigt man Verständnis für die Ängste des Gewerbes. Auf Mitte Januar ist eine öffentliche Orientierung angesetzt. «Einer Vorab-Information stehen wir aber selbstverständlich offen gegenüber», sagt Direktor Thomas Baumgartner. Aufgrund der Einsprachen sei es derzeit jedoch nicht möglich, verbindliche Termine für die unterschiedlichen Arbeitsausführungen zu nennen. Geplant ist zumindest, den Bahnhof 2019 umzubauen.

Von möglichen Mehrkosten für die Doppelspur will Baumgartner nichts wissen. Die Aufwendungen werden mit 30 Millionen Franken angegeben. Das sind zwar vier Millionen mehr als bei der Abstimmung 2014 kommuniziert worden war, doch hat sich die Doppelspur mittlerweile auch um rund 300 Meter verlängert. Zudem spricht Baumgartner von einer groben Schätzung der Kosten. Aktuell befinde man sich noch in der Projektierung. Das Projekt für die Dorfdurchfahrt soll kommenden Frühling beim Bundesamt für Verkehr eingereicht werden

An der öffentlichen Orientierungsversammlung im Januar wird detaillierter informiert. Fest steht: Die Kosten des Bahnprojekts gehen zu Lasten des Bundes. Die Gemeinde übernimmt in erster Linie die Aufwendungen für die Installation der Werkleitungen und die Dorfgestaltung.

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