Gewählt wider Willen

Weil sich für den Posten im Vorstand des Biorings Appenzellerland kein Freiwilliger findet, wird der Rehetobler Marcel Bruderer gegen seinen Willen gewählt. Zu reden gibt auch eine Bio-Knospe, die bald den Rossberg zieren soll.

Johannes Wey
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Bioring-Präsident Albert Neff blickt auf sein erstes Präsidialjahr zurück. (Bilder: jw)

Bioring-Präsident Albert Neff blickt auf sein erstes Präsidialjahr zurück. (Bilder: jw)

GAIS. Die Ersatzwahl in den Vorstand des Biorings Appenzellerland glich an der Hauptversammlung am Mittwoch einem Schwarzer-Peter-Spiel: Nach der Verabschiedung der Beisitzerin Susanna Wettstein Gätzi waren Vorschläge aus der Versammlung im Gaiser Hotel Krone gefragt. Drei Namen wurden genannt, worauf jeder der Betroffenen kurz Zeit erhielt, sich vorzustellen. Und jeder der Betroffenen nutzte diese Zeit, um zu begründen, weshalb er das Amt im Vorstand leider nicht antreten wolle.

Muss der Wille da sein?

Daraufhin flammte eine Diskussion darüber auf, ob jemand überhaupt gegen seinen Willen gewählt oder ob die Wahl auf die nächste HV verschoben werden soll. «Auch dann wird sich niemand freiwillig melden», entgegnete Vorstandsmitglied Ernst Nägeli. Und: «Auch ich wurde damals gegen meinen Willen gewählt. Ich war nicht einmal anwesend.» Damit war die Diskussion beendet und die 48 Stimmberechtigten wählten den Jungbauern Marcel Bruderer aus Rehetobel zum neuen Beisitzer. Alle übrigen Vorstandsmitglieder und Funktionäre wurden einstimmig bestätigt.

Auf Gewinne folgt Verlust

Ein zweites prägendes Thema waren die Finanzen, die sich in den letzten Jahren erfreulich entwickelt haben. Kassier Jörg Hebeisen präsentierte einen Gewinn von 4500 Franken. Damit ist das Vereinsvermögen in den letzten fünf Jahren um 20 000 Franken auf rund 30 000 Franken angewachsen. «Wie ihr seht, sind wir ziemlich reich – aber das Budget 2013 wird etwas anders aussehen», warnte Hebeisen die Mitglieder vor. Und in der Tat ist für das laufende Jahr ein Verlust von 6400 Franken vorgesehen. Hauptverantwortlich dafür ist das Projekt «Knospe mähen», das mit 4500 Franken zu Buche schlagen wird (siehe Kasten).

Angesichts der gesunden Finanzen wurde ein Antrag aus der Versammlung angenommen, wonach der Bioring nebst den Speisen auch die Getränke an der HV offeriert. Damit sollen die Mitglieder für ihre Teilnahme belohnt werden.

Erster Jahresbericht für Neff

Anlässlich der Hauptversammlung blickte Albert Neff auch auf sein erstes Amtsjahr als Bioring-Präsident zurück. Neff lobte die Hilfestellung, die ihm von der Dachorganisation Bio Suisse zuteil wurde. «Als Neuling konnte ich an einem Einführungstag teilnehmen. Dabei merkte ich, dass dort ein tolles Team mit viel Herzblut am Werk ist.» Im vergangen Jahr sind drei Betriebe wegen Geschäftsaufgabe aus dem Bioring ausgetreten. Der Verein zählt damit noch 124 Mitglieder.

Susanna Wettstein Gätzi

Susanna Wettstein Gätzi

Marcel Bruderer

Marcel Bruderer