Gesundheitstourismus im Vorderland: So sieht die Neuausrichtung von Alsam aus
++ Martina Enderlin ist neue Koordinatorin

Der Verein Alsam nimmt einen weiteren Anlauf, um dem Tourismus in Heiden und Umgebung Schub zu verleihen. Die neue Geschäftsführerin soll eine Plattform für Angebote im Gesundheitsbereich aufbauen.

Jesko Calderara
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Mit Alsam möchte Heiden an alte Zeiten anknüpfen, als der Gesundheitstourismus boomte.

Mit Alsam möchte Heiden an alte Zeiten anknüpfen, als der Gesundheitstourismus boomte.

Bild: APZ

Ende Februar verliess die bisherige Geschäftsführerin Aline Feichtinger den Verein Alsam nach nur wenigen Monaten. Nun steht fest, wer ihre Nachfolge übernimmt. Neue Koordinatorin von Alsam wird Martina Enderlin aus Bühler. Sie hat diese Aufgabe bereits am 1. September angetreten und wird von Appenzellerland Tourismus in der administrativen Vereinsführung unterstützt. Enderlin soll dem Gesundheitstourismus im Appenzellerland zu neuem Schwung verhelfen. Der Verein wird auch künftig seinen Fokus auf das Vorderland und insbesondere Heiden richten.

Enderlin ist auf einem Bauernhof in Bühler aufgewachsen und lebt auch heute wieder hier. Nebst ihrer neuen Tätigkeit als Koordinatorin hat Enderlin eine eigene Coachingpraxis und ist eine leidenschaftliche Sängerin. Mit ihrer Schwester bildet sie das Duo Enderlin Chicks. Zudem führt sie ein Webdesign-Unternehmen. Auch in diesem Bereich arbeitet sie mehrheitlich mit Coaches und Therapeuten zusammen. Somit könne die gelernte Köchin bereits auf ein spannendes Netzwerk zurückgreifen, heisst es in der Medienmitteilung.

Hohe Defizite während zweier Jahren

Nach dem Abgang von Aline Feichtinger kündigte der Alsam-Vorstand eine weitere Neuausrichtung an. Unter dem Namen Gesundheitsregion Appenzellerland sollten nach dem Start 2016 vor allem Frauen mit spezifischen Angeboten angesprochen werden. 2019 folgte dann die Umbenennung des Trägervereins in Alsam. Zuletzt standen die Herausforderungen des digitalen Zeitalters in Verbindung mit der Naturverbundenheit und Gesundheit des Menschen im Mittelpunkt.

Gérard Jenni ist Präsident des Vereins Alsam.

Gérard Jenni ist Präsident des Vereins Alsam.

Bild: APZ

Bei den Gästen sind die Programme allerdings nicht wie gewünscht auf Anklang gestossen. Für die Jahre 2018 und 2019 betrugen die Defizite je
40'000 Franken. «Wir mussten feststellen, dass uns auf lange Sicht die Mittel fehlen werden, um im gleich Stil fortzufahren», sagt Gérard Jenni, Präsident des Vereins Alsam. Die Anschubfinanzierung steuerten Stiftungen bei, dazu kamen Beiträge der Neuen Regionalpolitik des Bundes.

Man könne nicht davon ausgehen, dass diese Gelder wiederkehrend zur Verfügung stehen würden, sagt Jenni. «Wir waren daher gezwungen, eine Güterabwägung vorzunehmen auf Basis der bisherigen Resultate und dem noch vorhandenen Eigenkapital.» Dieses beläuft sich per Ende 2019 auf rund 100'000 Franken. Die Verantwortlichen entschieden sich letztlich für eine Neuausrichtung. Aufgrund der Coronakrise verzögerte sich diese zusätzlich.

Verein will eine Plattform für Anbieter schaffen

Wie die Neuausrichtung aussehen wird, steht erst in groben Zügen fest. Gemäss dem Konzept möchte Alsam mit «Gsund Appenzellerland» ein Instrument schaffen, das Anbietern im Gesundheitsbereich für die Kommunikation und Durchführung ihrer Dienstleistungen im Vorderland eine Plattform bietet. Dadurch soll eine Art Interessengemeinschaft gebildet werden, welche diese Events regelmässig bucht und über den Kanton hinaus bekannt macht. Als Veranstalter will Alsam aber nicht mehr auftreten. Zu den Aufgaben des Vereins gehören unter anderem die Kommunikation der Gesundheitsangebote auf allen Kanälen und Mithilfe bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in Heiden.

Wann wieder Veranstaltungen im Rahmen von Alsam durchgeführt werden können, ist offen. Martina Enderlin wird je ein Programm für den Rest des Jahres und 2021 zusammenstellen. Näheres dazu will der Verein Mitte Oktober bekanntgeben.