Gestylte Göttin im Dschungel

Besonders begabte Lernende im Coiffeurberuf werden am BWZT Wattwil speziell gefördert. Zurzeit bereiten sich acht Lernende im zweiten Lehrjahr auf den Berufswettbewerb «Hair Trophy» vor, der am kommenden Sonntag stattfindet.

Michael Hug
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Die Gruppe der Coiffeur-Lernenden während ihres Stylings der «Waldgöttin» mit Martina Rutz aus Nesslau (mit roter Jacke). (Bild: Michael Hug)

Die Gruppe der Coiffeur-Lernenden während ihres Stylings der «Waldgöttin» mit Martina Rutz aus Nesslau (mit roter Jacke). (Bild: Michael Hug)

WATTWIL. Im Zimmer 22 im zweiten Stock des BWZT wird Frisuren-Theorie gebüffelt. Fabienne Oberkofler unterrichtet ihre angehenden Coiffeusen und Coiffeure im zweiten Lehrjahr so wie immer. Doch vier Lernende fehlen. Fabienne Frei aus Bronschhofen, Martina Rutz aus Nesslau, Aferdita Vorfi aus Rapperswil, Rahel Wohlgemuth aus Schmerikon, sowie aus der Parallelklasse Laura Jannetta aus Wil, Therese Lehmann aus Reichenburg, Sarina Meier aus Mosnang und Claudia Steiner aus Uznach haben eine eigene Aufgabe gefasst. Es sind acht Schülerinnen, die seit Beginn des zweiten Lehrjahres während einer Lektion pro Woche für einen nationalen Berufswettbewerb, die «Hair Trophy» in Suhr, arbeiten. «Wir haben uns gedacht, dass wir auch mal jene fördern sollten, die über den Durchschnitt hinausragen», meint Lehrerin Fabienne Oberkofler.

Die Besten müssen ran

Um in Suhr bestehen zu können, müssen die Besten ran. Für dieses Projekt haben die acht ein eigenes Schulzimmer erhalten. Hier arbeiten die zwei Gruppen zu vier Schülerinnen zurzeit am Endspurt für den Wettbewerb am kommenden Sonntag. «Das Thema der Trophy in diesem Jahr heisst Wild Jungle», erklärt Martina Rutz. Nachdem man an einem freien Tag über das Thema gebrütet habe, hat ihre Gruppe die Figur «Waldgöttin» kreiert, sagt Rutz weiter. Gemäss dieser Idee wollen die vier nun eine knorrig-verästelte Frisur «bauen», und weil es dazu ein Model braucht, will man diesem gleich noch ein Kleid schneidern, das das Thema «Wilder Dschungel» und die Figur der Waldgöttin assoziiert. Benotet wird nicht nur die Frisur, sondern auch die gesamte Erscheinung und die Präsentation», sagt Fabienne Oberkofler. Die Nesslauerin Martina Rutz erklärt die «Waldgöttin»: «Wir haben uns gedacht, dass wir mit dem Kleid und einem Korsett einen Baumstamm und mit der Farbe Grün das Laub darstellen. Dazu erhält das Model eine extrem hochgesteckte Frisur aus eigenem und fremdem Haar in Grün.»

Präsentation steht

Genug Arbeit also für die Lernenden, die sich die Arbeiten aufgeteilt haben. «Eine Lektion pro Woche reicht nicht, wir haben uns auch noch ein paar Mal in der Freizeit getroffen», sagt Martina Rutz. Ein ausserordentliches Engagement also, das am Sonntag hoffentlich mit einem Preis belohnt wird. Der fünfminütige Auftritt der «Waldgöttin» wird dann durch eine multimediale Präsentation orchestriert, erklärt Martina Rutz, deren Aufgabe eben diese Präsentation ist. Sie wird dazu ein Video mit Aufnahmen eines Regenwaldes abspielen lassen und mittels Mikrophon moderieren. «Meine Präsentation steht», sagt Martina Rutz, «ich arbeite jetzt noch mit meinen Kolleginnen am künstlichen Teil des Kopfschmucks.» Das Model wird dann erst in Suhr und nur zu zweit «bearbeitet».

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