Gestern – heute – morgen – Taten

SP Toggenburg

Bruno Facci
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Kantonsrat Christoph Thurnherr (links) und Präsident Max Lemmenmeier bei der Neujahrsbegrüssung SP Toggenburg. (Bild: PD)

Kantonsrat Christoph Thurnherr (links) und Präsident Max Lemmenmeier bei der Neujahrsbegrüssung SP Toggenburg. (Bild: PD)

Die SP Toggenburg feierte sich am Freitag, 13. Januar, mit einer Neujahrsbegrüssung im Chössi-Restaurant in Lichtensteig. Vorstandsmitglied Clarisse Pellizzari führte durch den Abend. Den guten Ton dazu trug Urs Grob mit heimischen Klängen auf dem Hackbrett bei. Damit ist bewiesen, dass auch Sozialdemokraten Volkskultur kennen und schätzen. Kulinarisch wusste das Küchenteam zu begeistern.

Präsident Hansheiri Keller blickte auf ein gefreutes Jahr zurück. Ein gewonnener Sitz im Kantonsrat, der erste SP-Gemeindepräsident in Hemberg, gewonnene Gemeinderats- und GPK-Sitze in Wattwil, Lichten­steig und Ebnat-Kappel. Der Volkswille, der die Mandatsträger wähle und die Anliegen der SP unterstütze, sei ein zartes Pflänzchen. Es wolle behütet sein. Dazu trügen verschiedene Anlässe bei: 1. Mai, Besuch im Asylzentrum Necker, Vortrag «Ökonomie neu denken». SP-Aktivistinnen und -Aktivisten schauten dem Volk aufs Maul, wenn sie auf der Strasse Abstimmungs- und Wahlempfehlungen verteilen. Da hörten sie dann viel von Unzufriedenheit mit dem politischen Personal. Diese Unzufriedenheit habe unter anderem ihren Ausdruck in der Ablehnung der Durchsetzungs-Initiative gefunden. Ein schöner Erfolg, zu dem die SP Wesentliches beigetragen habe. Weniger erfolgreich sei leider die Abstimmung über die AHV-plus-Initiative gewesen. Angstmacherei habe einmal mehr zukunftsgerichtete Lösungen verhindert.

Dann kam der neu gewählte Kantonalpräsident Max Lemmenmeier zu Wort. Er überblicke als Historiker grosse Zeiträume. Vor ziemlich genau 100 Jahren habe in Lichtensteig eine Kundgebung der Textilarbeiter stattgefunden, die zur Organisation derselben aufrief. Im Generalstreik von 1918 kämpften Gewerkschaften und Sozialdemokraten für den Achtstundentag, die direkte Bundessteuer, die Arbeitslosenversicherung, die AHV und das Stimmrecht für die Frauen. Diese Forderungen seien als nicht finanzierbare kommunistische Träumerei abgetan worden. Mittlerweile seien sie erfüllt und etabliert. Nun gelte es sich einzu­setzen für eine gerechtere Ver­teilung des erwirtschafteten Reichtums, für eine solidarische, demokratische Gesellschaft und Wirtschaft und für einen starken Klima- und Umweltschutz. Wenn wir dafür nur halb so viel Mut und Tatkraft aufbrächten wie unsere sozialdemokratischen Vorfahren, werde es gelingen.

Kantonsrat Christoph Thurnherr beleuchtete die Arbeit des Kantonsrates aus Sicht der SP-Grünen-Fraktion. Hauptgeschäfte seien Steuer- und Finanzpolitik, Familien und Ökologie gewesen. Bei diesen Themen sei viel Überzeugungsarbeit und Durchsetzungsvermögen nötig gewesen. Tiefpunkt des Jahres sei die verloren gegangene Schlussabstimmung zum Klanghaus Toggenburg, wo selbst Toggenburger Kantonsräte mithalfen, das Projekt zu versenken. Schande über sie. Schande auch über diejenigen, die das unsägliche Rockkonzert mit 6000 Neonazis verharmlosten, diesen als privaten Anlass einstuften und die Organisatoren gar für die gewaltete Ordnung und Sauberkeit lobten.

Bruno Facci