Geschichtsschreibung fortgesetzt

Im Auftrag der Gemeinde Kirchberg hat der Historiker Armin Eberle ein Buch zur Entwicklung von Siedlung und Landschaft der Gemeinde Kirchberg verfasst.

Albert Büchi
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kirchberg. Grossformatig ist es, und schwer liegt es in der Hand: Das Buch «Kirchberg – Die Entwicklung von Siedlung und Landschaft». Gerade noch rechtzeitig zu Weihnachten kommt es auf den Markt, reich bebildert und mit informativen Texten. Im Vorwort schreibt Gemeindepräsident Christoph Häne: «Das profunde Geschichtswerk unseres Ehrenbürgers J. H. Dietrich hat die geschichtliche Vergangenheit der Politischen Gemeinde bereits umfassend aufgearbeitet und ausgeleuchtet. Der in Dietschwil ansässige Historiker Armin Eberle hat im Auftrag des Gemeinderates mit dem vorliegenden Buch eine Siedlungsgeschichte über die Gemeinde Kirchberg verfasst, welches das bereits vorhandene Geschichtswerk ergänzt und Richtung Gegenwart fortführt.»

Umfangreiche Recherchen

Armin Eberle bestätigt denn auch, dass ihm Dietrichs «Die Geschichte der Gemeinde Kirchberg» als Quelle bei seinen Nachforschungen gedient habe. Die Chronik aus den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts wurde bisher nie ergänzt, so dass das nun vorliegende Buch gewissermassen eine Fortsetzung darstellt. Allerdings beschreibt dieses die Entwicklung von Siedlung und Landschaft und nimmt weniger Bezug auf andere historische Ereignisse. Ausgangspunkt für das neue Werk sei das 2002 durch den Gemeinderat erlassene Ortsbildinventar, sagt Christoph Häne. Darin sind die wichtigsten schützenswerten und erhaltenswerten historischen Bauten aufgelistet und beschrieben. Während der Erarbeitung des Inventars entstand die Idee, die Recherchen für eine «Siedlungsgeschichte» zu verwenden und der Bevölkerung in Buchform zu präsentieren. Armin Eberle konnte bei seinen Nachforschungen nicht nur auf die Chronik zurückgreifen, er erhielt auch grosszügige Unterstützung von verschiedensten Seiten. Insbesondere war ihm Richard Wagner mit seinem immensen Fotoarchiv eine grosse Stütze. Bei vielen Recherchen stand ihm auch Daniel Studer, Direktor des Historischen Museums St. Gallen, tatkräftig zur Seite.

Dominierende Stickerei

Die Baugeschichte widerspiegle auch die Geschichte von Armut und Reichtum, sagt Eberle. In der Gemeinde habe die Stickerei eine dominierende Rolle gespielt. Viele Bauernhäuser seien mit Stickereianbauten versehen. Auf dem Höhepunkt um 1910 gab es in der Gemeinde 714 Handstickerei- und 57 Schifflistickmaschinen. Ein Drittel der Bevölkerung arbeitete in diesem Bereich, Kinder nicht eingerechnet. Auf solche Details stiess Eberle bei seinen Nachforschungen. Die Verarbeitung nahm viel Zeit in Anspruch. Aber die Geduld habe sich gelohnt, sagt Christoph Häne. Dank namhaften Beiträgen aus dem Lotteriefonds und der Firma Holcim kann das Buch zu einem günstigen Preis angeboten werden.

Das Buch kann bei der Gemeindeverwaltung bezogen werden, am Schalter, per Telefon oder per Mail.

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