«Geschichtsbücher stimmen nicht»

Nachgefragt

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An diesem Wochenende feiert der Museumsverein Appenzeller Bahnen den Ausstellungsbeginn mit einer Vernissage in Wasserauen. Der Verein setzt den Schwerpunkt auf die Verbindung zwischen St. Gallen und Gais, da dieses Jahr der Ruckhalde-Tunnel in Betrieb genommen wird. Der Präsident des Museumsvereins Appenzeller Bahnen Willi Müller erzählt über die Saison.

Wie ist die Ausstellung gestaltet?

Wir haben in unserem Depot historische Fahrzeuge. In einem davon kann eine dokumentarische Ausstellung angeschaut werden, welche jedes Jahr variiert. Dieses Jahr dreht sich die Ausstellung um die Erschliessung des Appenzellerands nach St. Gallen mit einer Bahn. Die Strecke zwischen Gais und St. Gallen wurde zwischen 1882 und 1889 gebaut. Davor, von 1872 bis 1877, wurde die Diskussion über eine Verbindung bereits geführt, aber bald wieder verworfen. Die St. Galler hielten dagegen, weil die Appenzeller Handwerker und Arbeiter eine Konkurrenz darstellen könnten. Das Projekt kam aus finanziellen Gründen noch nicht zustande. Teufen hielt wegen der schlechten Wirtschaftslage dagegen. Auch der Ruckhalde-Tunnel wurde damals schon diskutiert. Die damalige Technik liess den Tunnelbau nicht zu.

Was ist Ihr Highlight?

Ganz klar unsere Ausstellung im Rathaus St. Gallen, welche im Herbst die Eröffnung des Ruckhalde-Tunnels begleiten wird. An dieser Ausstellung werden wir die rasante Entwicklung des Bahnhofsplatzes St. Gallen zeigen. Eine kleine Sensation sind auch die als verloren gegoltenen, ersten Pläne der Strecke zwischen St. Gallen und Gais von 1874. Man kannte diese Pläne nicht, deswegen sind die Geschichtsbücher, was die Appenzeller Bahnen betrifft, bestimmt nicht mehr ganz richtig. (cap)