«Geschichte interessierte mich schon immer»

Paul Winteler führt in St. Peterzell ein Taxiunternehmen. Der 62-Jährige ist der Ururgrossneffe von Albert Einsteins Hausvater Jost Winteler. Paul Winteler, war Albert Einstein je ein Thema in der Familie?

Serge Hediger
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Paul Winteler führt in St. Peterzell ein Taxiunternehmen. Der 62-Jährige ist der Ururgrossneffe von Albert Einsteins Hausvater Jost Winteler.

Paul Winteler, war Albert Einstein je ein Thema in der Familie?

In meinem Besitz finden sich ein Fotoalbum aus den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts sowie ein Schnellhefter mit einer 38seitigen Familiengeschichte. Auf Seite 29 stehen die familiären Beziehungen Jost Wintelers, des Bruders meines Urgrossvaters Johann Melchior. Auf Seite 30 ist ersichtlich, dass Josts Sohn Paul sich mit Albert Einsteins Schwester Maja vermählte. Übrigens heissen die Männer unserer Familie häufig Melchior zum zweiten Vornamen, auch ich. Wir Wintelers stammen aus dem glarnerischen Filzbach oder aus Mollis und sind seit dem Jahr 1514 nachgewiesen.

Gibt es Erinnerungen?

Es heisst, mein Ururgrossonkel habe dem späteren Nobelpreisträger viel mitgegeben, was dann zur Relativitätstheorie führte. Ob das wahr ist, darüber streiten sich scheint's die Experten. Mein Vater sagte jedenfalls oft, der Jost Winteler sei jemand ganz Besonderes gewesen.

Was machte ihn so speziell?

Viele meiner Verwandten sind Bauern, zahlreich wanderten sie einst ins Baltikum aus. Auch mein Vater war Landwirt. Als Professor Doktor dagegen sprach Jost Winteler eine andere Sprache. Sein Hobby war die Ornithologie. Es heisst, er habe nicht nur daheim, sondern auch im Schulzimmer Vögel gehalten, und mein Vater meinte auch, er habe Visionen gehabt.

Was war Ihr liebstes Fach?

Geschichte und Geographie haben mich schon immer interessiert. Das Fotoalbum werde ich übrigens dem Albert-Einstein-Museum in Bern übergeben. Dort war ich noch nie.