Geschichte à la Hörnli-Schuppel

HUNDWIL. «Fürchtet euch vor der Pest – und vor den Appenzellern», heisst es auf einer Haube des Hörnli-Schuppels. Erstmals tritt dieser Schuppel als schöne Silvesterchläuse auf. Mit der Wahl des Sujets überraschen die sieben Mannen und blicken in die Geschehnisse des 15. Jahrhunderts zurück.

Bruno Eisenhut
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«Appenzeller-Krieg 1401 bis 1429». Das Sujet des Hörnli-Schuppels lässt erahnen, wie es im 15. Jahrhundert hierzulande aussah. (Bild: Bruno Eisenhut)

«Appenzeller-Krieg 1401 bis 1429». Das Sujet des Hörnli-Schuppels lässt erahnen, wie es im 15. Jahrhundert hierzulande aussah. (Bild: Bruno Eisenhut)

1992 ist der Hörnli-Schuppel entstanden. Diesen Silvester waren die sieben Mannen erstmals als schöne Silvesterchläuse unterwegs. Auf den Hauben und Hüten präsentieren Lorenz Reifler, Reto Meier, Beni Fässler, Peter Näf, Stefan Reifler, Ralph Nessensohn und Remo Mazenauer ein Sujet, welches – mindestens in jüngerer Zeit – noch nie von einem Schuppel aufgegriffen wurde: eine Illustration der Appenzeller Kriegsjahre.

Burgen in Originalform

Vorrolli Lorenz Reifler erklärt, dass eine ehemalige Burg (heute als Wohnhaus genutzt) im nahegelegenen Sondertal die Idee geliefert habe. «Auf den Hüten werden verschiedene im Appenzellerland existierende Burgruinen in ihrer ursprünglichen Form gezeigt», so Lorenz Reifler. So stellte zwei Schuppelmitglieder beispielsweise die Burg Clanx oder die Rosenburg in ihrer ursprünglichen Form her. «Dafür mussten einige Geschichtsbücher durchforstet werden», fasst Reifler zusammen.

Stoos und Vögelinsegg

Die Appenzeller Kriege waren eine Reihe kriegerischer Konflikte zwischen dem Fürstabt von St. Gallen und den Gemeinden des Appenzellerlandes. Markant stehen dabei die Schlachten bei Vögelinsegg (1403) und am Stoos (1405) in der Geschichte. Im Jahr 1429 wurde der Friedenszustand besiegelt. Das von Schuppelmitglied Lorenz Reifler gemalte Rückbild einer Haube zeigt dann auch die beiden Denkmäler der Schlachten bei Vögelinsegg und Stoos.

Anfänglich schien es, als wolle Petrus verhindern, dass der Hörnli-Schuppel seine in unzähligen Stunden erstellten Werke zeigen kann. Im morgendlichen Schneefall vom Neuen Silvester blieben Hüte und Hauben vorerst in der Garage. «Umso glücklicher waren wir, als wir nach der Znüni-Pause bei trockener Witterung auf das schöne Groscht umstellen konnten», so Reifler.

Die Hauben und Hüte vom Hörnli-Schuppel sind – genauso wie diejenigen von 25 anderen schönen Chlausenschuppel – an der «Ausstellung Silvesterchlausen» in der Mehrzweckanlage Au in Urnäsch zu besichtigen. Freitag, 9. Januar, 18.30 bis 21 Uhr / Samstag, 10. Januar, 14 Uhr bis 21 Uhr / Sonntag, 11. Januar 10.30 Uhr bis 16 Uhr.

Schö-wüeschte Chläuse in Schwellbrunn. (Bilder: ker/bei)

Schö-wüeschte Chläuse in Schwellbrunn. (Bilder: ker/bei)

Der Hofbach-Schuppel zeigt auf neuen Hüten und Hauben das Urnäscher Bloch.

Der Hofbach-Schuppel zeigt auf neuen Hüten und Hauben das Urnäscher Bloch.

Der Mulden-Schuppel war in Teufen unterwegs.

Der Mulden-Schuppel war in Teufen unterwegs.

Schö-wüeschte Chläuse in Stein. (Bild: Leserbild: Beatrice Ineichen)

Schö-wüeschte Chläuse in Stein. (Bild: Leserbild: Beatrice Ineichen)

Schö-wüeschter Vorrolli in Urnäsch.

Schö-wüeschter Vorrolli in Urnäsch.

Vorrolli Lorenz Reifler

Vorrolli Lorenz Reifler