Geschenk mit Kehrseite

Wer sagt schon Nein zu mehr Ferien, zu weniger Arbeitszeit und zu einem längeren Mutterschaftsurlaub? Und dies erst noch bei gleichbleibendem Lohn. Gewiss, bei den Angestellten des Kantons Appenzell Innerrhoden dürften die neuen Regelungen auf Gegenliebe stossen.

Roger Fuchs
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Wer sagt schon Nein zu mehr Ferien, zu weniger Arbeitszeit und zu einem längeren Mutterschaftsurlaub? Und dies erst noch bei gleichbleibendem Lohn. Gewiss, bei den Angestellten des Kantons Appenzell Innerrhoden dürften die neuen Regelungen auf Gegenliebe stossen. Zumal der Kanton mit der fünfen Ferienwoche auch einer Forderung nachkommt, die seitens des Staatspersonalverbandes Appenzell Innerrhoden im Raum stand. Die Kröte, dass die bisherigen Kompensationstage wegfallen sollen, dürfte geschluckt werden. Letztlich bringen die neuen Personalbestimmungen für die Kantonsangestellten mehr Flexibilität. Sie können fortan selbst entscheiden, ob sie allenfalls die Auffahrtsbrücke machen wollen und für den Chilbi-Montag oder einen Olma-Besuch einen Ferientag hingeben wollen. Flexibilität erlaubt auch die individuelle Festlegung der Tagesarbeitszeiten.

Gleichzeitig dürfen diese Neuerungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in den neuen Personalerlassen auch Punkte finden, die den Verantwortlichen mehr Handlungsspielraum zugestehen und sich in der Praxis erst noch bewähren müssen. Beispielsweise die Tatsache, dass ein Departementsvorsteher für das gesamte Departement eine Weiterbildung für obligatorisch erklären kann oder bei ungenügender Leistung Lohnkürzungen denkbar sind. Letzteres ist der Grundbestrebung, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, geradezu abträglich. Und macht Bewerberinnen und Bewerbern womöglich auch Angst. Da braucht es dann ein sensibles Vorgehen, damit Lohnkürzungen nicht als Mittel wahrgenommen werden, um jemanden aus dem Job zu mobben.