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GESCHÄFTSIDEE: Köbi kann das Butlern nicht lassen

Einen Sommer lang war Köbi Dietrich Teil des Kunstprojekts Null-Stern-Bett. Weil dem Herisauer die Arbeit mit Gästen aus der ganzen Welt so gut gefallen hat, will er nun etwas Eigenes auf die Beine stellen.
Karin Erni
Das Hotelier-Virus hat die ganze Familie Dietrich angesteckt. (Bild: Karin Erni)

Das Hotelier-Virus hat die ganze Familie Dietrich angesteckt. (Bild: Karin Erni)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Die Bilder vom Bauer in Stallhosen, mit weissem Hemd und Fliege gingen im vergangenen Sommer um die Welt. Als Butler des Null-Stern-Hotels auf der Göbsi hat es Köbi Dietrich zu einiger Bekanntheit gebracht. Das Beherbergen von Gästen aus der ganzen Welt hat ihm so gut gefallen, dass er es nun auf dem eigenen Bauernhof in Herisau weiterführt. Und nicht nur hier. Nächsten Sommer will er gemeinsam mit seiner Familie auf der Alp Göbsi wieder Hotelier spielen. Allerdings nicht in einem Null-Stern-Bett, sondern in der eher rustikalen «Alpen-Britsche». Er könne gar nicht mehr ohne Gäste sein, sagt Dietrich. «Es hat mir richtiggehend etwas gefehlt, als das Kunstprojekt zu Ende war.» Der gelernte Landwirt wohnt mit seiner Frau Ursula und den Kindern Röbi und Sonja im Hölzli. Ursula bewirtschaftet hauptsächlich den Hof, der Milchwirtschaft betreibt. Köbi arbeitet halbtags in der Werkstatt der SOB.

Wellness auf dem Bauernhof

Statt selber in die Ferien zu gehen, ist es allen Familienmitgliedern lieber, wenn die Gäste zu ihnen kommen. Damit diese komfortabel nächtigen können, hat das Ehepaar sein Schlafzimmer geopfert und ist in den unteren Stock gezogen. Der Bauernhof bietet auch ein bisschen Wellness an. Mit dem Erlös aus der Butler-Tätigkeit haben Dietrichs einen «Hot-Pot» gekauft, der nun im Garten steht und auf Wunsch für die Gäste eingeheizt wird. «Die Leute, die bei uns buchen, suchen den Kontakt zur Bevölkerung», ist Dietrich überzeugt. Er ist stark mit dem Appenzeller Brauchtum verbunden und gehört einem Chlauseschuppel an. Bei ihm sind die Gäste an der richtigen Adresse für diesbezügliche Auskünfte. Gerne erzählt er von den verschiedenen Bräuchen im Appenzellerland oder gibt auch einmal ein Zäuerli zum Besten. Er sieht sich auch als Botschafter für die Landwirtschaft. «Als Gastgeber kann ich den Stadtleuten das Leben der Bauern näherbringen und Verständnis für deren Arbeit wecken.»

Mit der ganzen Familie für Familien

Obwohl das Übernachtungsangebot erst seit einigen Tagen besteht, hat der Werbeauftritt schon fast professionelle Ausmasse angenommen. So ist der Hof Dietrich neben renommierten Hotelbetrieben auf der Internetplattform « www.booking.com » zu finden. Nicht ohne den obligaten Hinweis, dass nur noch wenige Zimmer frei seien. Kein Wunder, denn bei Dietrichs gibt es nur ein Zimmer. Dieses ist allerdings ausgesprochen grosszügig dimensioniert und verfügt über zwei Doppelbetten und ein Einzelbett. Hier kann eine Familie mit drei Kindern übernachten. Morgens gibt es Frühstück in der gemütlichen Bauernstube. Gelegentlich biete man den Gästen am Abend ein Fondue an, aber grundsätzlich möchte man die bestehende Gastro-Infrastruktur nicht konkurrenzieren, so Dietrich. Er schickt die Gäste in der Regel zum Essen in die Restaurants im Dorf. «So haben alle etwas davon.»

Das Hotelier-Virus hat die ganze Familie angesteckt. Und das Unterhaltungstalent scheint vererbt zu sein. Sohn Röbi betätigt sich bereits als Animator für die Gäste und ihre Kinder. Der Achtjährige organisiert für sie Aktivitäten wie Bogenschiessen oder Hufeisenwerfen.

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