GERÄTETURNEN: «Mutter schleppte mich mit»

Heute findet die Appenzeller Frühlingsmeisterschaft statt. Mit dabei ist Dominique Tschirky. Schweizweit turnt sie ganz vorne mit und gilt als Medaillenhoffnung für Rehetobel.

Elias Eggenberger
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Elias Eggenberger

elias.eggenberger@ appenzellerzeitung.ch

Am Donnerstagabend in der Turnhalle Rehetobel: Willi Lankers Anweisungen schallen durch den Raum. Seit rund sechs Jahren trainiert auch Dominique Tschirky bei ihm. Vorher war sie beim TV Bazenheid. Schon mit sieben Jahren hat sie mit dem Geräteturnen begonnen. Das Turnen wurde ihr in die Wiege gelegt. «Meine Mutter schleppte mich damals in die Halle mit», sagt sie und schmunzelt. Übel genommen hat sie es der Mutter aber nie. «Es gab Zeiten, in denen ich keine Lust hatte. Vor allem in der Pubertät. Aber schliesslich haben der Ehrgeiz und die Freude am Sport überhand genommen.» Als sie ihre Lehre als Malerin begann, war es nicht einfach, regelmässig zu trainieren. Sie trainiere je länger, je weniger, so die 27-Jährige. Mittlerweile arbeitet Tschirky in Zürich, in einem Architektur­büro. Von ihrem Wohnort Bazenheid pendelt sie täglich in die Metropole. «Das frisst mir drei Stunden pro Tag», sagt sie. Oft muss sie direkt nach der Arbeit ins Training. Zeit zu Hause verbringt Dominique Tschirky deshalb nicht viel. Ihre Kolleginnen und Kollegen sind mehrheitlich aus dem Verein. «Wir unternehmen auch ausserhalb der Trainingszeiten Dinge miteinander.» Abgesehen vom Turnen reist sie sehr gerne. «Städtereisen gefallen mir besonders. Ich bin jeweils mit meinem Freund unterwegs», so Tschirky.

Dass die Trainer beim Geräteturnen Rehetobel Disziplin fordern und eher zu der strengeren Sorte gehören, ist unlängst bekannt. Dominique Tschirky hat damit aber keine Probleme. Sie schätze es sogar. «Wenn ich merke, dass der Körper nicht mitmacht, sage ich das, und das wird akzeptiert.» Ansonsten sei es gut, wenn man an die Grenzen getrieben werde. Am Geräteturnen gefalle ihr besonders das Zusammenspiel des Körpers und des Mentalen. Vom Turnen könne sie auch viel aufs Leben übertragen. Man lerne, sich selbst zu vertrauen und mit Enttäuschungen umzugehen. Die 27-Jährige ist heute an den Frühjahresmeisterschaften in Appenzell eine Medaillenhoffnung. Es wäre nicht ihr erster Erfolg. 2007 wurde ihr Team Schweizer Meister. 2011 holte sie an der SM den fünften Rang im Reckturnen, 2016 den zwölften Rang im Mehrkampf, beides in der höchsten Kategorie.