Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Genuss für Freunde der Kammermusik

BAZENHEID. Freunde romantischer Kammermusik erwartete am vergangenen Sonntag ein besonderer Genuss.
Leidenschaft und Dynamik: David Sonder, Philipp Horsch und Otto Horsch (von links). (Bild: pd)

Leidenschaft und Dynamik: David Sonder, Philipp Horsch und Otto Horsch (von links). (Bild: pd)

BAZENHEID. Freunde romantischer Kammermusik erwartete am vergangenen Sonntag ein besonderer Genuss. Pianist David Sonder, langjähriger Leiter der Musikschule Toggenburg, und die Kirchberger Musiker Philip Horsch (Violine) und Otto Horsch (Violoncello) intonierten in der Alten Zwirnerei in Bazenheid Tschaikowskys monumentales a-Moll-Klaviertrio.

Schmerz und Wohlklang

Der Abend stiess bei den Besucherinnen und Besuchern auf lebhaftes Echo. Viele kennen natürlich das elegische Werk, das in einer Spieldauer von fast einer Stunde Schmerz und Wohlklang meisterhaft mischt. Erläuterungen zum Anlass des Trios sowie die Lesung eines aufwühlenden Kurztextes von Franz Kafka beleuchteten zusätzlich bedeutungsvolle Hintergründe von Tschaikowskys einzigartiger Komposition. Tschaikowskys Klaviertrio entstand im Winter 1881/82 in Rom.

Der russische Komponist schrieb es im Schmerz über den frühen und überraschenden Tod seines Freundes und musikalischen Förderers Nikolai Rubinstein, in ganz Europa bekannter und gefeierter Pianist und Gründer des Moskauer Konservatoriums. Rubinstein hatte Tschaikowsky als jungen Komponisten persönlich und musikalisch gefördert und ihn als Lehrer ans neugegründete Musikinstitut in Moskau berufen.

Nachvollziehbarer Schmerz

Tschaikowskys musikalisch so grossartig gestalteter Schmerz über den frühen Verlust des väterlichen Freundes wurde durch einen kurzen Kommentar von Sprecher Peter Küpfer, Kulturkommission Alte Zwirnerei Mühlau Bazenheid, für das Publikum nachvollziehbar. Rubinstein war von der einzigartigen Musikalität von Tschaikowsky und seinem Talent schon früh völlig überzeugt. Ganz im Unterschied zu Tschaikowskys eigenem Vater.

Denn der Ingenieur hätte es gerne gesehen, dass sein Sohn in seine eigenen Fussstapfen träte und einen gut bürgerlichen Beruf ausübte. Der mangelnde väterliche Rückhalt war auch Thema der Lesung, welche die beiden langen Sätze des Trios thematisch miteinander verband. Er war gerade im Falle von Franz Kafka besonders virulent, wie Küpfer einleitend erläuterte. Der Kurztext «Eine kaiserliche Botschaft», von ihm mit entsprechender Dramatik vorgetragen, machte die im Biographischen liegende Genese von Kafkas Alptraumlandschaften als Text deutlich und beleuchtete den musikalisch gestalteten Schmerz in Tschaikowskys Trio von einer anderen Seite.

Grosse musikalische Leistung

Die drei Musiker intonierten das Trio in seiner fast sinfonischen Ausdehnung und Dramatik mit grosser Hingabe. Dabei hielten sich romantischer Schmelz, leidenschaftliches Schwelgen in musikalischen Erinnerungen und melancholische Verlorenheit die Waage. Es war eindrücklich zu verfolgen, wie sensibel Einzel- und Ensembleleistung miteinander verwoben waren.

Eine Einstudierung, die auf fast einem ganzen Jahr harter musikalischer Vorbereitung beruhte und mit Aufführungen in Winterthur und Bazenheid zu ihrem gloriosen Abschluss kam. Die herausragende Leistung der Musiker wurde vom Publikum mit anhaltendem Schlussapplaus belohnt. (pd)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.