«Genug geredet, wir handeln»

Die Hotelière Petra Federer-Beutler hat genug vom Tarifstreit der Bergbahnen im Obertoggenburg. Für die kommende Wintersaison bietet sie den Gästen per sofort eine Übernachtungspauschale inklusive Wintersport.

Adi Lippuner
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Petra Federer-Beutler, Beutler Hotels, bietet den Gästen ab sofort eine Übernachtungspauschale, inklusive Wintersport in gewohntem Rahmen an. (Bild: Adi Lippuner)

Petra Federer-Beutler, Beutler Hotels, bietet den Gästen ab sofort eine Übernachtungspauschale, inklusive Wintersport in gewohntem Rahmen an. (Bild: Adi Lippuner)

WILDHAUS. Seit letztem Frühjahr schwelt der Tarifkonflikt zwischen den Bergbahnen Wildhaus AG und Toggenburg Bergbahnen AG (TBB) in Unterwasser. Aktuell wird hinter verschlossenen Türen verhandelt, eine Einigung ist noch nicht auf dem Tisch. Die Hotelière Petra Federer-Beutler hat genug von den negativen Schlagzeilen und geht in die Offensive. «Es ist genug geredet, wir handeln», lautet ihre Devise.

Preissicherheit für die Gäste

Die drei Hotels der Beutler Gruppe, das sind die beiden Drei-Sterne-Häuser «Sonne» und «Toggenburg» in Wildhaus sowie das Vier-Sterne-Hotel Säntis in Unterwasser, garantieren den Gästen unter der Bezeichnung «Ski and Dream» eine Übernachtungspauschale inklusive Wintersport im Obertoggenburg, und zwar im gewohnten Rahmen. Dies bedeutet, dass die Gäste, unabhängig vom Ausgang des Tarifkonflikts die Garantie haben, zu einem Fixpreis dem Wintersport (auf dem Gamserrugg und Chäserrugg) frönen zu können.

«Damit übernehmen wir als Hotelgruppe das Risiko, sollten sich die Verantwortlichen der Bergbahnen wirklich bis zum Beginn der Wintersaison nicht einigen», erklärt Petra Federer. Ihr sei ein klares Bekenntnis gegenüber den Gästen wichtig. «Alle reden davon, dass jeder Gast fürs Obertoggenburg wichtig ist, gleichzeitig lassen sie aber die Wintersportinteressierten über die Tarifgestaltung im Ungewissen. Die Gäste wollen eine komfortable Unterkunft, gut essen, sich auf den Pisten vergnügen und das zu einem zum vornherein kalkulierbaren Preis. Genau das bieten wir ihnen jetzt an.»

Risiko bei der Hotelgruppe

Mit der Aktion «Ski and Dream» will Petra Federer als Mitverantwortliche der Beutler-Hotels den Gästen zeigen, dass im obersten Toggenburg genau das geboten wird, was die Wintersportfreunde suchen. «Ich hoffe nach wie vor, dass sich die Verantwortlichen auch im Interesse der Region finden.» Zuwarten sei aber keine Option, «der erste Schnee liegt auf den Bergen und das ist die Zeit der Buchungen für die Wintersaison».

Der Blick zurück zeigt, der Tarifstreit hat bereits im Frühjahr begonnen. Damals kündigten die Toggenburger Bergbahnen ganz überraschend das gemeinsame Sommerabonnement sowie die Wandertageskarte für die ganze Region. Der Winter war noch in weiter Ferne und es herrschte die Erwartung, dass sich der Tarifstreit im Laufe des Sommers beilegen lasse. Doch sämtliche anvisierten Daten, erst wurde Ende August, dann Ende September ins Auge gefasst, gingen ohne Einigung vorbei.

Max Nadig, Präsident von Toggenburg Tourismus, sagte noch Anfang September: «Eine Einigung im Laufe des Monats ist dringend nötig, denn jeder Tag steigert die Unsicherheit. Je länger eine Einigung auf sich warten lässt, desto schwieriger wird es für die Beherberger.»

Inzwischen neigt sich der Oktober dem Ende zu und sowohl die Verantwortlichen der Bergbahnen Wildhaus als auch die TBB-Verwaltungsratspräsidentin Mélanie Eppenberger schweigen beharrlich. Auf Anfrage wird lediglich auf die «Sprechregelung» hingewiesen. «Alle Beteiligten haben Interesse am Weiterbestand des Tarifverbunds, es haben gute Gespräche stattgefunden, aber eine Einigung liegt noch nicht auf dem Tisch.»

Wie lange die Gäste und die Bevölkerung noch auf die längst fällige Einigung warten müssen, ist nicht zu erfahren. «Genau aus diesem Grund haben wir nun gehandelt, um den Wintergästen ein positives Signal zukommen zu lassen», betont Petra Federer-Beutler.