Genossenschaft kauft die Liegenschaft Kino Rosental

HEIDEN. Die Genossenschafter des Kinos Rosental haben kürzlich Post erhalten: Der Vorstand habe beschlossen, die Liegenschaft mit dem Kino, der Bar und der Wohnung im Obergeschoss zu kaufen. Die Liegenschaft war bisher im Besitz des langjährigen Kinobetreibers und Bewohners Gallus Heeb.

Monika Egli
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1935 wurde der Betrieb des Kinos Rosental aufgenommen, 1999 übernahm es eine Genossenschaft. (Bild: pd)

1935 wurde der Betrieb des Kinos Rosental aufgenommen, 1999 übernahm es eine Genossenschaft. (Bild: pd)

HEIDEN. Die Genossenschafter des Kinos Rosental haben kürzlich Post erhalten: Der Vorstand habe beschlossen, die Liegenschaft mit dem Kino, der Bar und der Wohnung im Obergeschoss zu kaufen. Die Liegenschaft war bisher im Besitz des langjährigen Kinobetreibers und Bewohners Gallus Heeb. Zwischen ihm und der Genossenschaft Kino Rosental besteht ein Kaufrechtsvertrag. Mit anderen Worten: Die Genossenschaft hat ein Vorkaufsrecht, und zwar zum bereits 1999 festgelegten Preis von 350 000 Franken, wie Hannes Friedli, als Vorstandsmitglied zuständig für die Liegenschaft, auf telefonische Nachfrage Auskunft gibt. Gallus Heeb ist jetzt aus der Wohnung ausgezogen. «Die Ausübung des Kaufrechts wird nun fällig.»

Zur Rettung des Kinos

Dass sich der Vorstand zum Kauf entschlossen hat, habe einen handfesten Grund. Man geht davon aus, dass die Liegenschaft an der Schulhausstrasse 9, also mitten im Zentrum von Heiden, bald mit einem Renditeobjekt überbaut würde, sollte sie von Drittpersonen erworben werden. Und dann «wären die Tage des Kinos gezählt». Vorgesehen ist eine sanfte Innenrenovation, welche vor allem die Wohnung betrifft. Diese soll künftig vermietet werden. «Die Mieteinnahmen werden einen willkommenen Beitrag an den Kulturbetrieb im ersten Stock leisten», wie es im Schreiben heisst.

Vorstand kann entscheiden

Hannes Friedli erklärt, dass eine Genossenschaft die Hälfte des Genossenschaftskapitals aufbrauchen, in diesem Fall investieren, darf. «Dank 400 Genossenschaftern haben wir ausreichend Kapital, das Haus zu kaufen.» Der Kauf muss von den Genossenschaftern nicht abgesegnet werden, «weil der Zweck der Genossenschaft der Betrieb und Erhalt des Kinos ist». Der Vorstand könne gar nicht anders, als die Liegenschaft zu kaufen, da sie sonst dem «Zweckartikel» nicht mehr nachkommen könnte. Ziel ist es laut Hannes Friedli, die Liegenschaft auf den 1. Mai zu übernehmen.

Genossenschaft seit 1999

Die Genossenschaft Kino Rosental wurde 1999 gegründet. Ihr erklärtes Ziel: Das damals letzte und einzige Lichtspieltheater des Appenzellerlandes zu erhalten und zu betreiben.