Gemeinsam singen, musizieren und wählen: Anlässlich eines Gottesdienstes werden in Teufen zwei Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft gewählt

Die Versammlung der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Teufen wählt Maja Staub und Martin Bollhalder in die Vorsteherschaft. Die finanzielle Lage der Kirchgemeinde entspannt sich trotz Corona.

Charlotte Kehl
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Alte und neu gewählte Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Teufen.

Alte und neu gewählte Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Teufen.

Bild: Charlotte Kehl

«Endlich wieder gemeinsam singen und Musik hören», findet Pfarrerin Andrea Anker den Einstieg zur aussergewöhnlichen Sonntagsfeier in Teufen.

Nachdem die klare Stimme von Annelies Huser, begleitet am Hackbrett von Peter Roth, mit dem Anna Koch-Jodel die Grubenmannkirche in eine Klangkuppel verwandelt hatte, trugen die Gemeindemitglieder mit dem Lied «Geh aus mein Herz und suche Freud» nicht minder zur schönen Sonntagsstimmung bei.

Den Gottesdienst feiern die Pfarrerinnen Andrea Anker und Verena Hubmann mit Gedanken an die Coronakrise, sowie an die Motivation der «GrünKraft Hoffnung», ein Begriff der Äbtissin, Mystikerin und Heilerin Elisabeth von Bingen. Mit deren Lied «O Ignis spiritus» nahm das St. Johanner Quartett den gesponnenen Faden auf. Das einstimmige Lied wurde vom Komponisten Peter Roth für das Quartett vierstimmig bearbeitet.

St.Johanner Quartett mit Peter Roth: Doris Bühler, Komponist Peter Roth, Werner Bollhalder, Annelies Huser, Regina Huser

St.Johanner Quartett mit Peter Roth: Doris Bühler, Komponist Peter Roth, Werner Bollhalder, Annelies Huser, Regina Huser

Bild: Charlotte Kehl

Die meisten der von Annelies Huser, Doris Bühler, Regina Huser und Werner Bollhalder vorgetragenen Lieder stammen aus Roths Feder und wurden von ihm am Hackbrett oder Flügel begleitet. Die reinen Stimmen wurden mit begeistertem Applaus bedacht.

Corona, Ertragsüberschuss, Abschied und Wahlen

Präsidentin Marion Schmidgall freute sich, die Gemeindemitglieder reell zu sehen: «‹Bleiben sie zu Hause›, dank diesem Mantra von Alain Berset wussten wir nicht, sollen wir uns verkriechen oder trotzig aufbegehren.»

Aber die Kirchenvorsteherschaft erwachte aus ihrer Schockstarre, spannte YouTube, Facebook und Instagram für ihre Dienste ein, während die Seelsorgerinnen Vitamine für die Seele über den Äther in die Haushalte versandten. Schmidgall schloss mit dem Wort von Max Frisch: «Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack von Katastrophe nehmen.»

Kassier Hansueli Sutter präsentierte die Jahresrechnung mit dem Ertragsüberschuss von knapp 119’000 Franken. Dank Nach- und Strafsteuern, eingefrorenen Unterhalts- und Anschaffungskosten wurde die schlechte finanzielle Situation von 2018 aufgefangen. Der Präsident der Geschäftsprüfungskommission empfahl die Rechnung zu genehmigen und die Vorsteherschaft zu entlasten.

Umarmung wird nachgeholt

Mit Lohn und Dank wurde Aline Auer, die das Ressort Kommunikation mit Unternehmungslust und Humor geführt hatte, verabschiedet. «Ihre Geschichten werden uns fehlen und die derzeit nicht mögliche Umarmung wird nachgeholt», so Schmidgall.

Marc Zehnder führte das Ressort Kinder und Jugend mit Einsatz und Kompetenz. Nun brauche er mehr Zeit für Familie und Beruf. Maja Staub, Kindergärtnerin und Mutter von drei fast erwachsenen Kindern, wird einstimmig gewählt, genauso wie der 44-jährige Martin Bollhalder, Niederteufen, der als leitender Mitarbeiter beim St. Galler Berufsinformationszentrum für das Ressort Kommunikation beste Voraussetzungen mitbringt.