Gemeinsam auf einem guten Weg

Am vergangenen Sonntag traf sich die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg zur zweiten ordentlichen Kirchgemeindeversammlung. Nach der Fusion stand das vergangene Jahr vor allem im Zeichen der Anpassung interner Abläufe.

Stefan Feuerstein
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Heinrich Zweifel (stehend), Präsident der Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg, führte die Stimmberechtigten ohne viele Diskussionen durch die Traktanden. (Bild: Stefan Feuerstein)

Heinrich Zweifel (stehend), Präsident der Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg, führte die Stimmberechtigten ohne viele Diskussionen durch die Traktanden. (Bild: Stefan Feuerstein)

LICHTENSTEIG. Voller Elan blickte Heinrich Zweifel, Präsident der Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg, bei der Versammlung in der evangelisch-reformierten Kirche Lichtensteig auf das erste Jahr als gemeinsame Kirchgemeinde zurück: «Der Gottesdienst zum Start auf unserem gemeinsamen Weg stellte einen freudigen Beginn dar. Danach hatten wir ein gutes Jahr – es ist noch nicht alles perfekt, wir sind aber gut dran.» Zu Anfang sei die Einführung neuer Prozesse und Abläufe im Vordergrund gestanden, Absprachen wurden notwendig. Die Kirchenvorsteherschaft (Kivo) nutzte die ersten Monate, um sich in die Ressorts einzuarbeiten. Dies hätte in der Anfangsphase mehr Zeit benötigt, als geplant. «Es ist schon ein Unterschied, ob man Sitzungen mit sechs oder 15 Vorstandsmitgliedern abhält. Langsam haben wir es aber geschafft, dass unsere Treffen bis 22 Uhr abgeschlossen werden können.»

Wenige Diskussionen

Die Traktanden der Kirchgemeindeversammlung boten wenig Diskussionsstoff. So genehmigten die 101 anwesenden Stimmberechtigten alle Anträge ohne Gegenstimme. Das neue, gemeinsame Leitbild wurde angenommen, die Rechnung schloss ausgeglichen im Rahmen des Budgets ab. Auffällig ist dabei der hohe Anteil an Personalkosten – die insgesamt 40 Lohnempfänger forderten einen Personalaufwand von über 1,5 Millionen Franken. Positiv bemerkte Kassier Daniel Glatz die Einnahmen durch die Kollekte, welche die Erwartungen mit 56 000 Franken um 9000 Franken überstiegen. Das Budget für das laufende Jahr beinhaltet wenige Veränderungen gegenüber dem letzten. Es sei jedoch schwierig, in der neuen Situation mit wenig Erfahrungswerten zu budgetieren – gerade die Einnahmen durch Steuern beruhen jeweils bloss auf Schätzungen der vergangenen Jahre. Lediglich ein Budgetposten sorgte an der Kirchgemeindeversammlung für kurze Diskussionen: In die evangelisch-reformierte Kirche Wattwil soll in diesem Jahr eine neue Tonanlage eingebaut werden. Ein Gemeindemitglied äusserte sich kritisch zur Notwendigkeit dieser Aufrüstung, die in Lichtensteig bereits realisiert wurde. Das Thema wurde jedoch schnell abgeschlossen.

Der richtige Mann

Die Kirchgemeinde bleibt auch in diesem Jahr in Bewegung. Nachdem Markus Vonwiller nach acht Jahren seinen Rücktritt aus der Kivo bekannt gab, wird er seinem Amt noch bis Ende Juni nachgehen. Das Unterrichtsressort konnte jedoch bereits wieder besetzt werden – die Stimmberechtigten wählten Adrian Müller aus Wattwil als Ersatz für das scheidende Vorstandsmitglied. «Wir sind froh, ihn für dieses Amt begeistern zu können und sind überzeugt, in ihm den richtigen Mann für dieses Ressort gewonnen zu haben», äusserte sich Heinrich Zweifel über den frisch Gewählten, der in der Region bereits als Hauptlehrer für Religionsunterricht an der Kantonsschule Wattwil bekannt ist.

Eine weitere Veränderung ergibt sich aus dem Verkauf der Liegenschaft Haus Hof. Verwendet wird das Gebäude bereits seit längerem vom Johanneum, nun hätte die Institution auch die finanziellen Mittel, um die Liegenschaft zu erwerben. Die Stimmberechtigten genehmigten den Verkauf zum Preis von 650 000 Franken. Nun steht noch die letzte Beurkundung durch die Verwaltung des Johanneums an. Spricht diese sich positiv zum Kauf-Vorhaben aus, wechselt die Liegenschaft noch in diesem Jahr den Besitzer.

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