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Gemeinderat muss über die Bücher

Umzonung Es war kein einfacher Entscheid, den der Einwohnerrat zu treffen hatte. Dessen war sich Max Eugster bewusst. Der Ressortchef Hochbau/Ortsplanung will das Entwicklungspotenzial im Quartier Untere Fabrik erhöhen. Dieses ist einer beträchtlichen Hochwassergefahr ausgesetzt. Ebenso stosse die bestehende Erschliessung an ihre Grenzen.

Mittlerweile befasst sich der Gemeinderat bereits sechs Jahre mit dem Projekt. In «unzähligen» Verhandlungen habe man mit Grundeigentümern und Anwohnern das Gespräch gesucht. «Alle beteiligten Parteien mussten Federn lassen», sagt Eugster. Konkret soll die Glatt, von der die Hochwassergefahr ausgeht, offengelegt werden. Dazu müsste man die darüber liegenden Industriegebäude abbrechen. Weiter will der Gemeinderat eine Umzonung der Industriezone zu einer Wohn- und Gewerbezone vornehmen.

Wegfall von Gewerbefläche gefürchtet

Schärfste Gegnerin der Vorlage ist die SVP. Die Auflösung der Industriezone ist für sie inakzeptabel. Die Verkehrsbelastung drohe zuzunehmen: «Der Verkehrskollaps ist vorprogrammiert», sagt Christian Oertle. Auch die FDP fürchtet den Wegfall der Industriezone. «Das Gebiet Untere Fabrik ist eine historisch bedeutsame Gewerbe- und Industriezone», sagt Karin Jung. Zudem befinde sich die Leerwohnungsziffer von Herisau über dem Schweizer Durchschnitt, womit sie dem Erfolgspotenzial von Wohnungsüberbauungen im Gebiet wenig Chancen zurechnet. Ohnehin existierten in Herisau zu wenig Flächen für das Gewerbe.

Für Max Eugster ist diese Aussage nicht zutreffend. Vielmehr beobachtet er vielerorts ungenutzte Industrieflächen. Bei einem Nichteintreten des Geschäfts prognostizierte er einen Scherbenhaufen.

Bachsanierung ist unumgänglich

Unterstützung erhält Max Eugster von Seiten der EVP/CVP-Fraktion sowie der SP. Yves Noël Balmer wagt eine Rückblende ins Jahr 2011, als ein Hochwasser das Gebiet überschwemmte. «Damals hätte es Tote geben können», sagt er. Man habe grosses Glück gehabt, dass nicht mehr Schaden entstanden war. Umso mehr sieht er jetzt Handlungsbedarf. In dieselbe Richtung zielt die Wortmeldung des CVP-Mitglieds Glen Aggeler: «Ich würde lieber nicht mehr in einem Krisengebiet stehen müssen.»

Gemeindepräsident Renzo Andreani schaltet sich schliesslich auch in die Diskussion ein. Die jetzige Situation sei nicht tragbar: «Die Bachsanierung muss kommen.» Indem nun die Industriefläche zur Wohn- und Gewerbezone umgeteilt würde, schaffe man Anreize für die Eigentümer, ihre Liegenschaften zu sanieren. Doch auch Andreanis Versuch schaffte es nicht, die Gegner umzustimmen. Das Geschäft wurde mit 14 zu 13 Neinstimmen bachab geschickt.

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

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