Gemeinderat Gais gibt beim Thema Tempo 30 Gas

GAIS. Der Termin steht: Mitglieder der Projektgruppe Schulwegsicherheit Gais wollen am kommenden Dienstag eine mit gegen 400 Unterschriften unterzeichnete Petition dem Gemeinderat übergeben.

Ueli Abt
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Das Gebiet Schwantlern-Kehr bis zur Gäbrisstrasse soll zur Tempo-30-Zone werden. Einer Projektgruppe geht das zu wenig weit. (Bild: ua)

Das Gebiet Schwantlern-Kehr bis zur Gäbrisstrasse soll zur Tempo-30-Zone werden. Einer Projektgruppe geht das zu wenig weit. (Bild: ua)

GAIS. Der Termin steht: Mitglieder der Projektgruppe Schulwegsicherheit Gais wollen am kommenden Dienstag eine mit gegen 400 Unterschriften unterzeichnete Petition dem Gemeinderat übergeben. Ihr Anliegen: Reduktion der Höchstgeschwindigkeit im östlichen Gemeindeteil zwischen Dorfplatz und Klinik Gais um zehn Stundenkilometer auf Tempo 30.

Öffentliche Auflage

Das Anliegen ist nicht neu, schon vor Jahren gab es Vorstösse in diese Richtung. Zur konkreten Umsetzung kam es bislang nicht – eine Gegenpetition beendete vor rund fünf Jahren die damalige Diskussion.

Nun soll es aber vorwärtsgehen: Wie der Gemeinderat gestern mitteilte, will er im Gebiet Schwantlern-Kehr sowie in der Ortsmitte im Dreieck Bahnhof-Oberstufenzentrum-Gasthof Hirschen Tempo 30 einführen.

Voraussichtlich Ende Januar soll die Neusignalisation öffentlich aufgelegt werden. Falls die 30tägige Einsprachefrist ungenutzt verstreicht, könnte die Änderung in den genannten Gebieten auf Frühling 2015 umgesetzt werden.

«Froh, dass man etwas macht»

Bei Vertretern der Projektgruppe Schulwegsicherheit löst das Bekanntwerden der gemeinderätlichen Pläne gemischte Gefühle aus. «Wir freuen uns, dass man etwas machen will», sagt Nicole Camiu. Sie weist darauf hin, dass der Gemeinderat nun allerdings ein anderes Gebiet zur Temporeduktion vorsieht. So soll etwa ostwärts die Tempo-30-Zone an der Einmündung der Gäbrisstrasse enden, während diese sich nach Meinung der Projektgruppe bis zur Klinik Gais erstrecken müsste.

Überrascht zeigen sich die Projektgruppenmitglieder zudem darüber, dass der Gemeinderat ihr Anliegen nun selbständig vorantreibt. «Wir wünschen uns eine konstruktive Zusammenarbeit. Am Schluss soll etwas Gutes fürs ganze Dorf resultieren», sagt Dalia Ogris von der Projektgruppe. Auch beim Areal in der Ortsmitte setzt die Gruppe ein Fragezeichen. Rund um die Schulhäuser sei möglicherweise Tempo 30 noch zu schnell, geben sie zu bedenken.

Tempo 20 im Dorfkern rund um die Schulhäuser? Davon höre er zum ersten Mal, sagt Gemeindepräsident Ernst Koller.

Der Entscheid des Gemeinderats punkto Tempo 30 sei keine Reaktion auf die Petition. «Die Begehungen mit der Polizei fanden schon lange vor der Unterschriftensammlung statt», so Koller. Er betont, dass in der Planungskommission offiziell auch ein Mitglied aus der Projektgruppe Schulwegsicherheit sitze und sich dort einbringen könne. Tempo 30 bis zur Klinik Gais mache aus Sicht des Gemeinderats wenig Sinn. «Das können wir nicht unterstützen», so Koller. Es bringe nichts, dünnbesiedelte Strassenabschnitte einzubeziehen – anders verhalte es sich bei der Kernzone.

Kosten noch nicht bekannt

In der Mitteilung des Gemeinderates heisst es weiter, die Kosten für die Einführung sollen so tief wie möglich sein. Gemäss Gemeindeschreiber Roland Lussmann gibt es derzeit noch keine Kostenschätzung. «Ein Gutachten wird zeigen, welche Massnahmen im Detail nötig sind», so Lussmann.

Gemäss Mitteilung lässt der Gemeinderat das Gutachten «verwaltungsintern und in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei» bis Weihnachten erstellen.

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