GEMEINDEPRÄSIDIUMSWAHL WALD
Politpodium zum Gemeindepräsidium in Wald: Fragen zur Vergangenheit waren unerwünscht

In Wald kam es zum ersten Politpodium zur Wahl für das Gemeindepräsidium. Als Kandidierende stellen sich GPK-Mitglied Marlis Hörler Böhi sowie der ehemalige Gemeindepräsident Jakob Egli zur Verfügung.

Astrid Zysset
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Rund 900 Einwohner zählt die Vorderländer Gemeinde Wald. Nun braucht sie eine neue Gemeindepräsidentin oder einen neuen Gemeindepräsidenten.

Rund 900 Einwohner zählt die Vorderländer Gemeinde Wald. Nun braucht sie eine neue Gemeindepräsidentin oder einen neuen Gemeindepräsidenten.

Bild: APZ

In Wald kommt es am 11. April zur Kampfwahl um das Gemeindepräsidium. GPK-Mitglied Marlis Hörler Böhi bewirbt sich genauso um die Nachfolge von Edith Beeler wie Gemeinderat Jakob Egli. Ein Rennen mit Zündstoff: Egli war während 14 Jahren bereits als Walds Gemeindepräsident im Amt. In dieser Zeit hat er sich einen streitbaren, umtriebigen Ruf zementiert. 2015 unterlag er jedoch Edith Beeler und musste seinen Hut nehmen. Fünf Jahre später gab Egli sein politisches Comeback und wurde zum Gemeinderatsmitglied gewählt. Sein Einsitz im Gremium führte aber schliesslich unter anderem dazu, dass wiederum Beeler Ende vergangenen Jahres ihren Rücktritt einreichte.

Jakob Egli sitzt seit Juni vergangenen Jahres im Gemeinderat.

Jakob Egli sitzt seit Juni vergangenen Jahres im Gemeinderat.

Bild: Astrid Zysset

Am Mittwochabend traf Egli in der Mehrzweckanlage auf Hörler Böhi. Die IG Wald miteinander lud zum ersten Politpodium, rund 20 Zuschauer kamen. Egli sagte bereits bei der Begrüssung, dass er es schön finde, dass es zum Wahlkampf kommt, und nicht zur «Wahlkuschelei». Er stellte auch in Aussicht, dass ‒ sollte er gewählt werden ‒ die GPK bei ihm genauer hinschauen werde, als wenn Marlis Hörler Böhi das Rennen machen würde. Ihre GPK-Zugehörigkeit ist dem 73-Jährigen ein Dorn im Auge. Hörler Böhi hielt mit ihrer Meinung über Egli aber auch nicht hinter dem Berg. So kritisierte sie, dass er die von der IG vorgegebenen Redezeiten nicht einhalte. Und als sie gefragt wurde, was sie ihrem Konkurrenten wünsche, zuckte sie mit dem Schultern und antwortete knapp: «Eine aktive, ehrliche und verbindliche Zusammenarbeit.»

Marlis Hörler Böhi gehört seit 2017 der GPK an. Im Gemeinderat war sie von 2000 bis 2007 aktiv.

Marlis Hörler Böhi gehört seit 2017 der GPK an. Im Gemeinderat war sie von 2000 bis 2007 aktiv.

Bild: Astrid Zysset

Uneinigkeit in Sachen Finanzen und Wachstum

Die beiden Kandidierenden nahmen während des Podiums zu den wichtigsten Fragen rund um die Zukunft der Gemeinde Stellung. IG-Präsident Thomas Baumgartner machte deutlich, dass Bemerkungen zur Vergangenheit unangebracht seien. Dass die Querelen innerhalb des Gemeinderates aber nicht vergessen sind, machte die Frage einiger Gemeinderatsmitglieder deutlich, die wissen wollten, wie Egli zum Kollegialitätsprinzip stehe. Eine Antwort blieb jener allerdings mit dem Hinweis, er wisse nicht, was diese Frage soll, dem Publikum schuldig.

So äusserten sich die Kandidaten zu den aktuellsten Problematiken innerhalb des Dorfes. Während Egli die finanzielle Situation Walds als gut bezeichnete, bemängelte Hörler Böhi dass die relativ guten Rechnungsabschlüsse in der Vergangenheit nur durch unbeeinflussbare Erträge entstanden sind. Für Investitionen gebe es kaum Geld. Die Vision vom Dorfzentrum? Hörler Böhi sähe am liebsten eine Begegnungsstätte, an welcher sich die Leute treffen und austauschen können. Egli verzichtete auf eine Vision, da er davon ausgeht, dass das Zentrum noch lange so aussehen wird wie jetzt. Und Hörler Böhi würde ein moderates Wachstum mit ausreichend Arbeitsplätzen anstreben, damit Wald nicht zu einem Schlafdorf verkomme. Egli setzt hingegen weder auf Wachsen, noch auf Schrumpfen. Er will lediglich, dass Wald «fit bleibt».

Einigkeit herrschte in Sachen Altersheim. Beide erachteten es als unabdingbar, dass ein Konzept ausgearbeitet wird, in welchem festgelegt wird, wie es mit dem Obergaden weitergehen soll. Auch wollen sich beide für eine bessere Kommunikationsstrategie bei Entscheiden innerhalb des Gemeinderates einsetzen. Dieser müsse klar Stellung beziehen, seine Beschlüsse transparent machen und sich der öffentlichen Diskussion stellen.

Doch wie reagieren beide im Falle einer Niederlage? Marlis Hörler Böhi stellte in Aussicht, dass sie Mitglied in der GPK bleiben wolle. Gemeinderat Jakob Egli liess hingegen offen, wie es für ihn nach einer allfälligen Wahlniederlage weitergeht.