GEMEINDEDUELL: Von Bachputzete bis Zumba

Die Gemeinde Neckertal will es nochmals wissen. 2016 nahm sie zum ersten Mal am Coop-Gemeindeduell teil und gewann gegen Degersheim. Dieses Jahr tritt sie gegen Krauchthal aus dem Emmental an.

Cecilia Hess-Lombriser
Merken
Drucken
Teilen
Bei der Mehrzweckhalle St. Peterzell gibt es verschiedene Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. (Bilder: PD)

Bei der Mehrzweckhalle St. Peterzell gibt es verschiedene Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. (Bilder: PD)

Cecilia Hess-Lombriser

redaktion@toggenburgmedien.ch

Als die Gemeinde Neckertal im vergangenen Jahr gegen die ähnlich grosse Gemeinde Degersheim antrat, hatte sie es mit einer ehrgeizigen Gegnerin zu tun. Degersheim hatte schon fünfmal gewonnen und noch nie verloren. Die Neckertaler brachten es dann jedoch auf 5450, die Degersheimer auf 4050 Stunden. Dieses Jahr ist die rund 2350 Einwohner grosse Emmentaler Gemeinde Krauchthal die Herausforderin. «Eine Verbindung besteht nicht, aber es könnte eine geben», sagt Paula Bruderer, Neckertaler Gemeinderätin und OK-Mitglied. Der Wetteinsatz, der jeweils zwischen den beiden Gemeinden vereinbart wird, ist freundschaftlicher Art. «Das OK und die Helfer der Verlierergemeinde besuchen die Siegergemeinde und bringen den Apéro mit», verrät Bruderer. Das Gemeindeduell findet am 12. und 13. Mai statt. Startgelände für die meisten Aktivitäten ist die Mehrzweckhalle St. Peterzell.

Bewegung zählt mehr als die Leistung

Das Coop-Gemeindeduell, koordiniert durch die Organisation schweiz.bewegt, ist das grösste nationale Programm zur Förderung von mehr Bewegung und gesunder Ernährung in der Bevölkerung. Es wurde 2005 vom Bundesamt für Sport, Baspo, ins Leben gerufen. Zwei oder mehrere Gemeinden fordern sich gegenseitig heraus und lancieren ein freundschaftliches Duell. ­ Ziel ist es, möglichst viele Bewegungsminuten für die eigene Gemeinde zu sammeln und somit das Duell für sich zu entscheiden. Es braucht also viele Teilnehmende und ein möglichst attraktives Angebot, damit die Lust an der Bewegung bei Jung und Alt geweckt wird. Die Bewegung steht im Mittelpunkt; die Leistung ist sekundär. «Und wenn die Dörfer zusammenkommen und sich gemeinsam bewegen, umso besser», meint Paula Bruderer.

Bei der zweitägigen Aktion ist vor allem der Turnverein involviert, aber auch die Schulen machen mit, Neckertal Tourismus, die Jugendarbeit Neckertal, der Fischereiverein, der am Samstag von 8.30 bis 12 Uhr eine Bachputzete leitet und das Sammelgut am Mittag beim Werkhof deponiert. Viele Helferinnen und Helfer werden im Einsatz stehen, um die Vielfalt an Angeboten durchzuführen und zu begleiten.

171 Gemeinden in der Schweiz werden innerhalb von neun Tagen ihre Veranstaltungen durchführen; jedes Jahr sind es ein paar mehr. Sportvereine können dabei ihre Palette an Trainingsmöglichkeiten vorstellen. Was bei dieser Aktion organisiert wird, ist grundsätzlich egal. Die Hauptsache ist die Bewegung und die Zeit, die dabei gesammelt wird. «Wer selber eine Idee hat oder als Gruppe etwas unternehmen will, kann dies beim Zeitsammler Peter Bünzli vor Ort melden», regt Paula Bruderer an. Sie lädt auch Personen aus anderen Dörfern und Regionen ein, das Gratisprogramm zu nutzen, dabei Spass zu haben und – für die Neckertaler Zeit zu sammeln. Familien finden Spielmöglichkeiten bei der Mehrzweckhalle und die Eulen unter den Interessenten können auf eine Vollmondwanderung gehen. Schweisstreibend sind die Angebote von Vitaltrainerin Regula Gehrig oder das Zumba mit Manuela Imhof. Und selbstverständlich gehört auch Fussball zum Programm. Der Männerchor führt an beiden Tagen eine Festwirtschaft.

Emmentaler sind aufgestellte Leute

Das OK ist seit letztem Herbst an der Arbeit. Es sind wieder die gleichen acht Personen unter der Leitung von Gemeindepräsidentin Vreni Wild, die sich für die Koordination zur Verfügung gestellt haben. «Beim zweiten Mal bedeutete es nicht mehr den gleichen gleiche Aufwand», sagt die Kommunikationsverantwortliche Paula Bruderer. Das Angebot liege im ähnlichen Rahmen wie letztes Jahr. Der Gegner ist jedoch ein anderer. «Wir haben auf der Website von ‹Coop-Gemeindeduell› die Gemeinde Krauchthal gefunden, die einen Gegner suchte. Vreni Wild hatte Kontakt mit dem dortigen OK und sie hat festgestellt, dass die Krauchthaler aufgestellte Menschen sind.» Die Emmentaler Gemeinde ist zwar um rund 1600 Einwohner kleiner als Neckertal, aber es wird mit einem Faktor gerechnet, um die Chance zu wahren.

Die Krauchthaler machen dem Vernehmen nach zum zehnten und gleichzeitig letzten Mal mit. Die Ausgangslage ist also spannend.

Neckertaler Programm unter coopgemeindeduell.ch.