Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Gemeinde Wolfhalden ernennt zwei Ehrenbürger

Peter Eggenberger und Ernst Züst bekommen das Ehrenbürgerrecht von Wolfhalden verliehen. Die Gemeinde ehrt damit das unermüdliche Engagement, dass die beiden für die Vorderländer Region zeigen.
Astrid Zysset/Jesko Calderara
In jüngster Vergangenheit verlieh die Gemeinde Wolfhalden nie ein Ehrenbürgerrecht. Diesen Sonntag bekommen Peter Eggenberger und Ernst Züst die entsprechende Urkunde verliehen. (Bild: APZ)

In jüngster Vergangenheit verlieh die Gemeinde Wolfhalden nie ein Ehrenbürgerrecht. Diesen Sonntag bekommen Peter Eggenberger und Ernst Züst die entsprechende Urkunde verliehen. (Bild: APZ)

Einfach mal Danke sagen – das ist es, was die Gemeinde Wolfhalden mit der Verleihung der Ehrenbürgerrechte möchte. «Ernst Züst und Peter Eggenberger haben so viel für unsere Gemeinde und die Region geleistet. Höchste Zeit, dass dies gewürdigt wird», sagt Gemeindepräsident Gino Pauletti. Mit dem Gedanken, die beiden zu Ehrenbürgern zu ernennen, spielt Pauletti schon zwei Jahre. Das unermüdliche Engagement von Züst und Eggenberger ist schon lange aufgefallen. Diese Unermüdlichkeit ist es auch, die den Gemeindepräsidenten besonders beeindruckt hat. «Eggenberger ist noch immer täglich als freier Journalist im Einsatz. Dies in einer Zeit, in welcher sich die Medienbranche im Wandel befindet und es immer schwieriger wird, seine Artikel publizieren zu können.» Züst öffnet derweilen Sonntag für Sonntag für die Besucherinnen und Besucher die Türen des Ortsmuseums. «Es bereitet mir jetzt schon Sorgen, sollten beide eines Tages mal nicht mehr in der Lage sein, ihren Leidenschaften im gleichen Masse zu frönen», so Pauletti. «Die Lücke, die sie hinterlassen würden, wäre riesig.»

Es sind die ersten Ehrenbürgerrechte, welche die Gemeinde in jüngster Vergangenheit verleiht. Die öffentliche Feier findet diesen Sonntag, um 17 Uhr, in der evangelisch-reformierten Kirche statt. (asz)

Ernst Züst ist unter anderem Kurator des Ortsmuseums Wolfhalden. (Bild: cal)

Ernst Züst ist unter anderem Kurator des Ortsmuseums Wolfhalden. (Bild: cal)

Ernst Züst:

Verfasser unzähliger Zeitungsartikel und mehrerer Gemeindechroniken sowie langjähriger Kurator des Museums Wolfhalden: Der Autor und Lokalhistoriker Ernst Züst hat überregional seine Spuren hinterlassen. Die Gemeinde Wolfhalden nimmt dieses vielfältige Engagement zum Anlass, um dem 88-Jährigen morgen das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Nachdem er 2018 bereits mit einem eigenen Weg geehrt wurde, ist es für Züst bereits die zweite Auszeichnung. Seiner Freude tut dies keinen Abbruch. «Die Ehrung verstehe ich als Anerkennung für meine Leistung», sagt Züst. Sein wichtiges Projekt und eine Herzensangelegenheit von ihm ist das Ortsmuseum Wolfhalden. Den Auftrag zu dessen Gründung gab die Gemeinde. Sie besass einige Bilder des ehemaligen Nationalrates, Palästinaforschers und Arztes Titus Tobler. Mit diesen Kulturgütern wusste Wolfhalden aber nichts anzufangen. Deshalb wurde 1980 ein Trägerverein gegründet. Als Kurator und Vereinspräsident war Züst die treibende Kraft hinter dem Aufbau des Museums. Beide Funktionen übt er bis heute aus. Ideen für eine neue Sonderausstellung Das Interesse für Lokalgeschichte ist in der Familie Züst verbreitet. Bereits sein Vater beschäftigte sich damit, Zwillingsbruder Walter wiederum ist bekannt für historische Romane. Die Karriere von Ernst Züst begann 1970 – allerdings etwas harzig. So lehnte es die «Appenzeller Zeitung» zuerst ab, seine historischen Beiträge zu publizieren. Mehr Erfolg hatte der pensionierte Postbote bei der «Rheinecker Zeitung». Weil die Artikel auf Anklang stiessen, durfte er später auch für die «Appenzeller Zeitung» schreiben. Später kamen die Chroniken der Gemeinden Kurzenberg, Wolfhalden, Wald und Walzenhausen dazu. Noch heute ist Züst als Lokalhistoriker aktiv. Seit jeher zeigt er grosses Interesse an der Familienforschung. Als Quelle dienen ihm Pfarrbücher und die Staatsarchive der Kantone. Abgesehen davon besitzt er ein umfangreiches Privatarchiv. Dort betreibt Züst Forschung oder schreibt kleinere Büchlein. Von Mai bis Ende Oktober ist Züst darüber hinaus jeden Sonntag im Ortsmuseum anzutreffen. Bereits gibt es - in Anlehnung an die Diskussionen zum Klimawandel - Ideen für eine neue Sonderausstellung. Schon um 1880 war der Naturschutz mit dem Slogan «Hast Du einen Raum, pflanze einen Baum» ein Thema. (cal)

Peter Eggenberger sorgte dafür, dass Wolfhalden positiv im Gespräch blieb. (Bild: Astrid Zysset)

Peter Eggenberger sorgte dafür, dass Wolfhalden positiv im Gespräch blieb. (Bild: Astrid Zysset)

Peter Eggenberger

Mit dieser Auszeichnung hat Peter Eggenberger nicht gerechnet. Zwar habe Gemeindepräsident Gino Pauletti ihm gegenüber vor zwei Monaten eine Andeutung gemacht, dass er geehrt werde. Aber als der Brief mit der Einladung zur Verleihung des Ehrenbürgerrechts bei Eggenberger eintraf, war dieser doch sehr überrascht. «Ich zweifle, ob ich die richtige Person bin, der diese Ehre zuteil werden sollte», zeigt er sich bescheiden. Er verweist beispielsweise auf eine alleinerziehende Mutter, die täglich Ausserordentliches leisten muss. Zudem wisse er nur von zwei Ehrenbürgern im Vorderland: Carl Lutz, Diplomat im Zweiten Weltkrieg, und Ulrich Jüstrich, Gründer der Just Schweiz AG, erhielten dieses Recht von Walzenhausen zugesprochen. «Und ich soll in einer Reihe auftauchen mit solch herausragenden Persönlichkeiten?»

Die Gemeinde Wolfhalden findet, ja. Sie ehrt Eggenberger dafür, dass er die vergangenen 50 Jahre das Appenzeller Vorderland respektive Wolfhalden weitum bekannt gemacht hat. Vor gut 25 Jahren lancierte Eggenberger den Witzwanderweg. Dieser durchquert die Gemeinden Wolfhalden, Walzenhausen und Heiden. 90 Prozent des Weges befinden sich auf Wolfhäldler Boden. 40 000 Besucherinnen und Besucher werden jährlich verzeichnet. Hochgerechnet auf 25 Jahre sind das eine Million Gäste, welche die Vorderländer Gemeinde verzeichnete. Ein beachtlicher Erfolg. «Ich sollte als Verkäufer des Appenzeller Vorderlandes tätig sein», sagt Eggenberger lachend. Von Hause aus ist der gebürtige Walzenhausener Drogist. 1959 trat er der Fremdenlegion bei, welcher er bis 1964 angehörte. Eine Zeit, die er rückblickend mit den Worten «Dummheiten sollte man machen, wenn man jung ist» umschreibt. Es ist aber auch eine Zeit, die ihn geprägt hat. Zurück im Appenzellerland schätzte er die kleinen Dinge des Alltags, die Schönheiten der Region, die Traditionen, die Werte. «Andere erkennen dies erst im hohen Alter. Meine Entbehrungen in der algerischen Wüste führten mich sehr früh zu dieser Erkenntnis», so Eggenberger. Er begann über die Vorzüge seiner Heimat zu schreiben. 20 Jahre lang verfasste er die Kapitel über das Vorderland im Appenzeller Jahrbuch. Zahlreiche Artikel schrieb er für die regionale Presse, Bildbände zur Bahn und zwei Bücher – «Mord in der Fremdenlegion» und «Appenzeller Tod eines Wunderheilers» – veröffentlichte er. Weitere zehn Büchlein mit vergnüglichen Kurzgeschichten im Kurzenberger Dialekt stammen aus seiner Feder. In dieser Reihe erscheint im Frühjahr sein neustes Werk. Geschrieben ist es bereits. «Aber über den Titel bin ich mir mit dem Verlag noch nicht einig», so Eggenberger schmunzelnd. Heute, mit 80 Jahren, denkt er noch lange nicht ans Aufhören. Nach wie vor ist er an Lesungen und Vorträgen unterwegs – und bringt so das Vorderland respektive Wolfhalden in die Welt hinaus. (asz)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.