Gelebte Tradition

Schwellbrunn zeigte sich gestern von seiner traditionellen Seite: Mit Viehschau und Jahrmarkt. Neben Kühen waren auch Zäuerli zu hören.

Stephanie Sonderegger
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Trachten und Zöpfe: Auf traditionelle Kleidung wird bei den Viehschauen Wert gelegt. (Bilder: Stephanie Sonderegger)

Trachten und Zöpfe: Auf traditionelle Kleidung wird bei den Viehschauen Wert gelegt. (Bilder: Stephanie Sonderegger)

SCHWELLBRUNN. «Sind das alles Munis?», fragt ein Bub seine Mutter, die bejahend nickt und mit ihren zwei Kindern vor den Stieren stehenbleibt. Ein anderes Mädchen ruft stolz: «Schau, ich hab den Muni gestreichelt.» Ihre Augen und das blonde Haar leuchten im nebeligen Licht an diesem Morgen im Geren in Schwellbrunn. Es ist kalt, und so mancher Senn hat seine Hände in den Taschen seiner gelben Hose versteckt.

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Der Schauexperte steht währenddessen hinter einem der Stiere und betrachtet diesen mit Argusaugen. Die Beine werden abgetastet, der Rücken unter die Lupe genommen. Dazwischen notiert er sich alles auf einen Zettel, schliesslich soll die Bewertung auch seine Richtigkeit haben. Angespannt wartet der Besitzer des Tieres neben ihm. Wie die Bewertung wohl ausfallen wird?

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Bei den Jungzüchtern geht es in der Zwischenzeit rund. Kurz nach zehn Uhr ist ihre Präsentation, dazu sollen alle Tiere sauber und schön hergerichtet sein. «Deins ist aber gross!», sagt ein blonder Bub zu seinem Jungzüchter-Kollegen. Seine Augen folgen dem Kalb, bis es an seinem Platz steht. «Aber auf die Grösse kommt es ja auch nicht an», fügt er sich selber tröstend hinzu. Ein Mädchen zwei Zöpfen streichelt währenddessen ihr kleines Kalb, das sich mit seinem weissen, breiten Streifen rund um den Bauch von den andern abhebt. Mit einer Backpfeife im Mund kommt ein Bauer mit Blumenkränzen angelaufen. Sie sollen die jungen Tiere bei ihrer Präsentation schmücken und werden auf die Rücken der Tiere geschnürt. Manches Tier wird gar mit den Flaggen Schwellbrunns geschmückt. Ob das zum Sieg verhilft?

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Vom Ort der Viehschau bis zum Jahrmarkt sind es einige Schritte. Manch ein Senn lässt sich unterwegs auf ein wärmendes Getränk ein, ein anderer stärkt sich mit einem gemeinsamen Zäuerli oder einem Schwatz mit Bekannten am Strassenrand. Kurz vor dem Restaurant Harmonie stehen die Viehschau-Besucher am Strassenrand, während ein Strassenreiniger mit langem Schlauch den Asphalt von Kuhmist befreit. Im Dorf angekommen, warten zahlreiche Verkaufsstände und ihre Besitzer auf Kundschaft. «Magebrot, feins Magebrot!», ruft eine Verkäuferin. Der süsse Duft von gebrannten Mandeln und gerösteten Kastanien hängt in der Luft. Wer kann da widerstehen?

Mit und ohne Hörner, das Vieh steht auch in Schwellbrunn im Mittelpunkt. (Bild: :)

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Die Jungzüchter bereiten sich auf die Präsentation ihrer Tiere vor.

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Der Experte begründet sein Urteil zu dem vorgeführten Stier.

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Luftballone und Süssigkeiten ziehen die Blicke auf sich.

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Auch Nationalratskandidat David Zuberbühler mischt sich unters Volk.

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Die Jungzüchter überzeugen mit lustigen Gesangs- und Witzeinlagen.

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Nehmen den frischen, nebligen Herbstmorgen mit Humor: Die Sennen.

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