Geldstrafe wegen Trunkenheit

TROGEN. Weil er mit 1,61 Promillen Alkohol im Blut von Teufen nach Bühler gefahren war und eine Blutprobe vereitelte, hat das Ausserrhoder Kantonsgericht einen Mann aus Bühler zu einer bedingten Geldstrafe von 2500 Franken und einer Busse von 500 Franken verurteilt.

Margrith Widmer
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Der Alkoholtest ergab 1,61 Promille; zu viel, um zu fahren. (Bild: apz)

Der Alkoholtest ergab 1,61 Promille; zu viel, um zu fahren. (Bild: apz)

Mit dem ausgesprochenen Urteil – 2500 Franken Strafe bedingt auf eine Probezeit von vier Jahren und eine unbedingte Busse von 500 Franken – ging das Gericht unter die Anträge des Staatsanwalts. Dieser hatte eine unbedingte Geldstrafe von total 3600 Franken und eine Busse von 1000 Franken gefordert. Laut Strafbefehl sollte der Mann 5110 Franken bezahlen. Dagegen erhob er Einsprache. Der Verteidiger plädierte auf vollumfänglichen Freispruch.

Der Verurteilte hatte vor Gericht betont, nicht er selber, sondern eine Bekannte habe ihn nach Hause gefahren. Die Frau, die ihn chauffiert haben soll, bestätigte als Zeugin seine Aussagen vor Schranken. Sie ist allerdings bereits wegen Begünstigung und Falschaussage verurteilt worden.

Handgemenge

An einem Juliabend 2013 hatte der Mann, zusammen mit anderen Gästen, auf der Terrasse eines Restaurants in Teufen Alkohol getrunken. Als er nach Hause fahren wollte, versuchten mehrere Gäste ihn davon abzuhalten. Ein Taxilenker bot ihm vergeblich an, ihn nach Hause zu chauffieren. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem sich der Betrunkene an der rechten Hand eine blutende Wunde zuzog.

Blutspuren

Ein Nachbar des Betrunkenen in Bühler informierte die Polizei: Zwei Alkohol-Blastests ergaben eine Blutalkoholkonzentration von 1,61 Promillen. Der Mann weigerte sich vehement, einer Blutentnahme zuzustimmen.

Im Auto entdeckte die Polizei Blutspuren bei der Lenkertür und auf der Mittelkonsole. Auf der Beifahrerseite fanden sich keine Blutspuren. Als der Mann über einen Monat später von der Polizei einvernommen wurde, sagte er, eine Kollegin, die er zufällig auf dem Parkplatz getroffen habe, hätte ihn an jenem Abend nach Hause gefahren. Bei dieser Aussage blieben der Mann und die Frau auch vor Gericht.

Die Einzelrichterin glaubte das «Chauffeusen-Märchen» nicht: Das sei eine Schutzbehauptung. Die Aussagen der Polizisten seien stringent. Es gebe keinen Grund, weshalb sie sein ursprüngliches Geständnis, selber gefahren zu sein, erfunden haben sollten. Es gebe zu viele Widersprüche und Ungereimtheiten. Der Zeitablauf stimme nicht. Die Frau habe weder den Zug erwischt noch einen Zug gesehen – zur angegebene Zeit sei aber ein Zug vorbeigefahren: «Das spricht dafür, dass sie gar nicht dort war», so die Kantonsgerichtspräsidentin.

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