Kanton soll anstelle von Batteriespeichern vermehrt Luft-Wasser-Wärmepumpen fördern 

In einer Interpellation fordert der Ausserrhoder Kantonsrat Peter Gut von der Regierung Massnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstosses.

Karin Erni
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Heizen mit Öl ist in Ausserrhoden immer noch weit verbreitet.

Heizen mit Öl ist in Ausserrhoden immer noch weit verbreitet.

Bild: Gaëtan Bally/KEY

Kantonsrat Peter Gut hat diese Woche eine Interpellation eingereicht. Seiner Meinung nach verfehlt das kantonale Förderprogramm das angestrebte Ziel der CO2-Reduktion aus verschiedenen Gründen. Weil in Ausserrhoden weitaus am meisten Energie für das Heizen verbraucht wird, sollte man gemäss Gut mit den Massnahmen vermehrt dort ansetzen.

«Die Wärme für Wohnbauten stammt grossmehrheitlich aus Öl- oder Gasheizungen und noch immer werden rund 90 Prozent der Anlagen am Ende ihrer Lebensdauer wieder durch solche mit fossilen Energieträgern ersetzt.»

Dabei wäre gemäss kantonalem Energiekonzept 2017-2025 das Potenzial für Wärme aus regional verfügbaren, erneuerbaren Energiequellen mit 788 GWh pro Jahr grösser als der aktuelle Wärmeenergiebedarf. Im Rahmen des Harmonisierten Fördermodell der Kantone (HFM) unterstützt der Bund kantonale Massnahmen mit Globalbeiträgen. Das heisst, für jeden Förderfranken des Kantons gibt der Bund den doppelten Betrag dazu. Gesamthaft wurden 2019 fast zwei Millionen Franken verteilt.

Luft-Wärmepumpen vermehrt fördern

Bereits jetzt fördert der Kanton das Heizen mit Holz mit Beiträgen. Um mehr Bauherren zum Umsteigen auf erneuerbare Energien zu bewegen, müssten gemäss Peter Gut die kostengünstigeren Luft-Wärmepumpen vermehrt gefördert werden. Dies ist derzeit kaum der Fall, denn Ausserrhoden legt die Bedingungen für die Massnahmen strenger aus, als vom Bund vorgegeben. So werden Luft-Wasser-Wärmepumpen nur dann gefördert, wenn sich das Gebäude in einer Grundwasserschutzzone befindet und dadurch eine Tiefenbohrung für eine Erdsonden-Wärmepumpe nicht möglich ist. Der Kanton begründet diese Zurückhaltung mit einer geringeren Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpen. Doch gemäss Peter Gut zeigen Feldmessungen, dass die Differenz kleiner ist, als landläufig angenommen. Das ebenfalls oft vorgebrachte Argument, dass durch den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe keine wesentlichen Mehrkosten gegenüber einer Ölheizung entstünden, stimme nur bei Neubauten, so Gut weiter. «Bei Altbauten ist die Sanierung der Heizung gerade für ältere Menschen schwierig, zu finanzieren, wenn sie die Hypothek nicht aufstocken können.»

Der Kantonsrat fügt in seiner Interpellation ein Rechenbeispiel an: Der Ersatz eines Ölkessels kostet 18000 Franken, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe schlägt mit rund 30000 Franken zu Buche. Eine Erdsonden-Wärmepumpe kommt auf gut 50000 Franken zu stehen. Der mögliche Förderbeitrag beträgt dabei 7500 Franken.

Keine Fördergelder mehr für Batteriespeicher

Ein weiterer Dorn im Auge ist Peter Gut die Förderung von Batteriespeichern, für die der Kanton im vergangenen Jahr 100000 Franken zur Verfügung gestellt hat. Batterien seien alles andere als CO2-neutral und man könne sie aus verschiedenen Gründen nicht mit gutem Gewissen einsetzen, so Peter Gut. «Die Gewinnung der Rohstoffe, wie beispielsweise Lithium, erfolgt zu einem grossen Teil in entlegenen Gebieten. Der Abbau und Transport durch Maschinen und schwere Fahrzeuge erzeugen einen hohen CO2-Ausstoss. Auch die Entsorgung und das Recycling der Batterien verbraucht zusätzlich Energie.» Weil sie erwiesenermassen keinen positiven Effekt auf die Reduktion von CO2 habe, sei die Förderung von Batteriespeichern beim HFM nicht vorgesehen, so Gut weiter. Er fordert daher: «Die vorhandenen Mittel sollten konsequent auf jene Massnahmen beschränkt werden, die vom Bund mit Globalbeiträgen unterstützt werden.»