Gefährliche Asche

Brosmete

Peter Abegglen
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Die Schweiz ist ein sauberes Land und will es auch bleiben. Die heutige Lebensweise bringt es leider mit sich, dass immer mehr gesundheitsgefährdende Stoffe zu einer Belastung von Luft, Wasser und Boden führen. Um diese Belastungen nach Möglichkeit geringzuhalten, gibt es eine Fülle von Umweltvorschriften, unter anderen die Abfallverordnung. Diese schreibt vor, dass umweltgefährdende Substanzen zum Beispiel der Wiederaufbereitung zuzuführen oder in Sonderdeponien zu lagern sind. Batterien, Elektroschrott, Holzabfälle mit bleihaltigen Farbanstrichen sind wohl jedermann als Sonderabfall geläufig — hoffentlich!

Weniger bekannt ist die kürzlich bekannt gewordene Substanz, deren Gefährdungspotenzial bedrohlich zunimmt: Asche aus Krematorien. Dass Friedhöfe bereits Deponien für Sonderabfälle sind, ist bestimmt übertrieben, aber Fachleute gehen davon aus, dass eine Gefährdung des Grundwassers durch daraus einsickernde Schwermetalle durchaus ernst zu nehmen sei. Nun kann man sich natürlich fragen, wie sich Schwermetalle im menschlichen Körper anreichern. Zahnplomben aus Amalgam (Quecksilber!) sind in meiner Generation noch weit verbreitet, aber klar abnehmend. Weniger bekannt, aber rasant zunehmend sind Autofahrer mit Bleifuss (Blei!), Bodybuilder mit stahlharten Muskeln (Chrom, Mangan!), Asketinnen mit eiserner Disziplin (Eisen!), Leute, die überall abkupfern (Kupfer!), Greise mit Silberhaar (Silber!) oder alle mit bronzefarbenem Teint (Kupfer, Zinn, Zink, Blei!). Ob für ihre Asche dannzumal eine neue Verordnung für eine weiterhin saubere Schweiz nötig wird, ist schwierig vorauszusagen. Aber eines ist sicher: All die erwähnten Metalle sind potenziell gefährdend. Gold hingegen ist völlig ungefährlich. Meine Asche dürfte deshalb dereinst unproblematisch sein, denn ich gehöre, gemäss andern Fachleuten, zur Generation der Golden Agers.

Peter Abegglen