Gastronomie
Den «Grüüsigen» gibt es weiterhin: Ein bekanntes Wirtepaar übernimmt das Kultbeizli Sonder in Stein

Yvonne und Ralph Frischknecht vom Landgasthof Sternen in Bühler übernehmen zusätzlich den Betrieb von Sepp Kölbener. Vieles bleibt gleich, doch der Name ändert auf «Bsonderig».

Karin Erni
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Yvonne und Ralph Frischknecht weihen ihre neue Wirkungsstätte mit einem «Grüüsigen» ein.

Yvonne und Ralph Frischknecht weihen ihre neue Wirkungsstätte mit einem «Grüüsigen» ein.

Bild: Karin Erni

Fast zwei Jahre lang waren die Türen des Restaurants Sonder in Stein geschlossen. Der legendäre Wirt Sepp Kölbener hatte das Lokal 24 Jahre lang erfolgreich geführt. Die Coronapandemie veranlasste ihn schliesslich, den Betrieb ganz aufzugeben. Doch Fans des originellen Gebäudes mit den drei markanten Dachgiebeln und den gemütlichen Appenzellerstuben können aufatmen, denn in die Bresche springen zwei bekannte Gesichter: Yvonne und Ralph Frischknecht vom Landgasthof Sternen in Bühler übernehmen das Restaurant Sonder als zusätzlichen Betrieb und nennen es liebevoll «Bsonderig». Die beiden Gastgeber wollen sich vor Ort abwechseln und setzen ihr Personal entsprechend ein. Ab dem 4. November ist das «Bsonderig» wieder geöffnet. Ein offizielles Eröffnungsfest soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Sie hätten nur positive Reaktionen auf die Übernahme erhalten, erzählt Yvonne Frischknecht. «Wir durften sogar schon Reservationen für Anlässe entgegennehmen.»

Eine gemütliche Beiz für jedermann

Für den gebürtigen Steiner Ralph Frischknecht ist es ein «Heimkommen», wie er sagt, und auch seine Frau hat sich sofort in das hübsche Beizli verliebt. Die beiden wollen es in ähnlichem Stil wie bisher weiterführen: «Es soll ein einfaches Appenzeller Restaurant für jedermann – vom Büezer bis zum Feriengast – bleiben.» Auf der Karte stehen beliebte Klassiker wie Hackbraten, Cordon bleu oder das Appenzellerfilet. Zudem gibt es jeweils eine Tagesempfehlung und ein Mittagsmenu. «Wir wollen die Karte klein halten und öfter wechseln. Saisongerecht zu kochen, ist uns wichtig.» Frischknechts planen, spezielle Events wie Wine & Dine oder Spezialitätenwochen mit Wild, Fisch oder Metzgete durchzuführen. Auch die Kaninchenleber, ein Paradegericht von Sepp Kölbener, soll wieder auf den Tisch kommen. Die Gastgeber beziehen das Fleisch, wie alles andere auch, von einheimischen Lieferanten. Auch der Bitterschnaps «Grüüsige», eine bekannte Spezialität des «Sonder», wird weiterhin nach bewährter Rezeptur produziert und ausgeschenkt.

Nostalgisches Flair bleibt erhalten

Der «Sonder» war früher eine Bäckerei mit Wirtschaft. Noch heute ziert eine alte Ofentür die Gaststube und ein Foto der damaligen Chefin hängt an der Wand. Im früheren Lädeli wollen die Frischknechts dereinst ihre selbst hergestellten Produkte und Spezialitäten verkaufen. Das Restaurant verfügt über 50 Plätze und ein Säli mit 24 Plätzen. Im kommenden Frühling soll es auch eine neue Gartenterrasse geben. Den «Sternen» wollen sie wie gewohnt weiterführen, sagen die Gastgeber. «Wir haben dort sehr viel aufgebaut, das wollen wir nicht einfach so hergeben.» Die beiden könnten sich allerdings vorstellen, im Alter kürzerzutreten und ganz auf das «Bsonderig» zu setzen.

Das Restaurant Sonder ist ab 4. November von Donnerstag bis Samstag jeweils ab Mittag und am Sonntag auf Anfrage geöffnet. Wenn sie genügend Personal finden, möchten Frischknechts die Öffnungszeiten ausdehnen. Infos unter www.bsonderig.ch.

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