«Gastliche Kirche» prägt 2012 und 2013

Das «Gastliche Haus», das ein kirchliches Zentrum in der Evangelischen Kirchgemeinde Ebnat-Kappel vorsieht, beschäftigt Kirchenvorsteherschaft und Kirchgemeinde. Ein Verkauf einer der beiden Kirchen scheint zurzeit nicht möglich. Ein erster Schritt ist der Verkauf des Pfarrhauses Kappel.

Olivia Hug
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Dem Verkauf des Pfarrhauses Kappel an der Howartstrasse zum Marktpreis von 540 000 Franken wurde zugestimmt. (Bilder: Olivia Hug)

Dem Verkauf des Pfarrhauses Kappel an der Howartstrasse zum Marktpreis von 540 000 Franken wurde zugestimmt. (Bilder: Olivia Hug)

EBNAT-KAPPEL. Die Kirchenvorsteherschaft des evangelischen Ebnat-Kappel hat von der Bürgerschaft Hausaufgaben «aufgedrückt» bekommen. Ende September 2012 äusserten die Kirchbürger im Zusammenhang mit dem Projekt «Gastliche Kirche», welches die Schaffung eines kirchlichen Zentrums im Dorf zum Ziel hat, den Wunsch, dass abgeklärt wird, welche denkmalpflegerischen Vorgaben berücksichtigt werden müssen, um eine Kirche und deren Umgebung umzugestalten. Ausserdem wollten die Bürger, dass nicht nur die Schaffung eines Zentrums am Standort Ebnat oder Kappel fokussiert, sondern gleichzeitig abgeklärt wird, was mit der Kirche passiert, welche nicht dieser Zentrumsfunktion zugewiesen wird – sozusagen mit der überzähligen Kirche.

Schwierige Ausgangslage

An der Kirchgemeindeversammlung vom Sonntag in der Kirche Ebnat informierte die Vorsteherschaft zum jetzigen Stand. «Wir haben die Hausaufgaben gemacht», sagte Aktuarin Renata Riehm. Man wisse inzwischen, was aus Sicht des Denkmalschutzes möglich sei und was nicht. Was die Zukunft der nicht mehr benötigten Kirche angehe, haben lange, schwierige Diskussionen und bisweilen Kopfzerbrechen die Aufgabe geprägt. Wie es momentan aussehe, so Renata Riehm, so lasse sich zurzeit keine der beiden Kirchen verkaufen. Doch es haben sich trotzdem zwei Projektideen, basierend auf den umfassenden Abklärungen und der Unverkäuflichkeit einer Kirche, herauskristallisiert. So seien sowohl das Zentrum Ebnat, als auch das Zentrum Kappel denkbar. Stellt Ebnat das Zentrum dar, wird das Pfarrhaus umgebaut und mit einem kleinen Saal erweitert. Die Kirche Kappel würde minimal unterhalten, die Kirche Ebnat hauptsächlich genutzt. Wird Kappel zum kirchlichen Zentrum, dient die Kirche für die hauptsächliche Nutzung und kann auch als grosser Saal dienen. Es wäre ein Neubau für Büros mit direktem Zugang zur Kirche nötig. Die Kirche Ebnat wird in diesem Fall vor allem als Festtagskirche genutzt. «Die beiden Varianten werden wir mit ihren Vor- und Nachteilen an einem Forum detailliert vorstellen», schloss die Aktuarin. Dieses findet am 13. Mai statt.

Weil das Pfarrhaus Kappel in diesen Varianten nicht verwendet wird, hat die Kirchenvorsteherschaft beantragt, es zu verkaufen. Dies auch deshalb, da das Gebäude renovationsbedürftig ist und Pfarrer Philippe Müller mit seiner Familie im Herbst in ein Eigenheim zieht. Die Kirchbürger stimmten dem Verkauf des Pfarrhauses zum Marktpreis von 540 000 Franken einstimmig und diskussionslos zu. Den Ertrag kann die Gemeinde ins Eigenkapital übertragen und für zukünftige Investitionen verwenden.

Geeignete Neubesetzung

Als weiteres Traktandum haben die Kirchbürger neu Patrick Buchmüller einstimmig als Nachfolger von Andreas Hnatek für das Ressort Jugendarbeit in die Kirchenvorsteherschaft gewählt. Hans Looser, der das Amt interimistisch übernommen hatte, lobte Patrick Buchmüller als ideale Besetzung: «Er lebt, wohnt und arbeitet hier. Ausserdem unterrichtet er Kinder und Jugendliche in Judo. Aus eigener Erfahrung weiss ich: Er ist sowohl nahe bei den Kindern als auch sehr streng.»

Die allgemeine Umfrage wurde nicht genutzt. Das Protokoll zur Versammlung liegt vom 15. bis 29. April auf dem Sekretariat der evangelischen Kirchgemeinde auf.

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