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Ganz schön mager

Brosmete
Monika Egli

Demnächst beginnt tatsächlich schon die 13. Staffel von «Germanys next Topmodel», kurz GNTM. Auch wenn seltsamerweise niemand diese Sendung schaut («also wirklich nicht, da ist mir die Zeit für zu schade»), halte ich ihr unerschütterlich die Treue. Ich finde sie witzig, sie macht neugierig, ich will wissen, ob die Klum jetzt auch gealtert ist wie wir alle (natürlich nicht), und das Castingformat baut Spannung auf. Es wird natürlich auch heuer wieder Diskussionen geben über die klapperdürren Mädchen, die demnächst über alle Catwalks der Welt stolzieren wollen. Es sei ein grosser Fehler, solche Hungerhaken hochzujubeln, sie seien ein schlechtes Beispiel für junge Mädchen. Ich bin da ganz anderer Meinung. Weder der Sender noch Heidi Klum können es sich leisten, offensichtlich Magersüchtigen eine Plattform zu bieten. Die Mädchen sind zwar alle sehr schlank, aber nie knochig oder ausgemergelt. Sie leben wahrscheinlich viel gesünder als die übergewichtigen Teenager, die von fettem Essen nicht genug kriegen können. Und da ich ­weitherum offenbar die Einzige bin, die diese Sendung schaut, muss man mir das jetzt einfach glauben.

Ich begeistere mich aber nicht nur für GNTM, sondern ebenso für Sportsendungen aller Art. Aktuell sind jetzt das Skifliegen und die Vierschanzentournee. Und was sehe ich da? Lauter Besorgnis erregend bleiche, hohlwangige junge Männer, denen man auf der Stelle einen Teller nahrhafte Suppe bringen möchte, wenn sie so spindeldürr und irgendwie mickrig vor dem Start auf dem Balken sitzen. Sie sind allesamt kein schöner Anblick in ihren seltsamen gummiähnlichen Anzügen, unter denen die Hüft- und andere Knochen hervor stechen. Hier haben wir junge Sportler mit wahrscheinlich massiven Essstörungen bis hin zur Magersucht, Idole von unzähligen Kindern und Jugendlichen. Aber noch nie habe ich auch nur einen Ton gehört, da biete man Magersüchtigen grosse Auftritte im Fernsehen. Wir pflegten solch hagere, saftlose Typen früher Milchbubis zu nennen – und uns mit Schaudern abzuwenden.

Monika Egli

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