Ganz Gais ist auf den Beinen

Am Nationalen Wandertag strömen 2500 Wanderfreunde aus der ganzen Schweiz nach Gais. Von Prominenten geführte Touren und die Stubete im Festzelt sind die Höhepunkte des Tages. Und am Ende spielt sogar das Wetter mit.

Julia Nehmiz
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Mit Promis wandern – Nicolas Senn genoss auf der Tour zum Walderlebnisraum Gais die lockeren Plaudereien mit seinen Fans. (Bilder: miz)

Mit Promis wandern – Nicolas Senn genoss auf der Tour zum Walderlebnisraum Gais die lockeren Plaudereien mit seinen Fans. (Bilder: miz)

GAIS. Samstag Morgen, auf dem Weg vom Bahnhof Gais zum Dorfplatz. Zug um Zug spucken die Appenzeller Bahnen zig Wandervögel aus. Alle wetterfest in Funktionskleidung gehüllt. «Regnet's etwa?», fragt eine Frau, mit kritischem Blick in den dunklen, grauen Himmel. «Nein nein, es tröpfelt», antwortet ihre Begleiterin. «Schau Dir die Wolken an, das gibt heute keinen Regen», sagt der Dritte im Bunde. Die drei Optimisten aus dem Aargau sollten fast recht behalten.

Um 9 Uhr startet der Nationale Wandertag am Samstag in Gais, und um 9 Uhr startet ein feiner Nieselregen. Doch das stört die Berggängerinnen und Berggänger überhaupt nicht. «Ja guete Morge, au scho wach?», begrüsst Hannes vo Wald die Wanderschar. In unglaublich langen Trachtenhosen stakst er auf meterhohen Stelzen von früh bis spät über den Gaiser Dorfplatz, macht das Warm-up vor dem Start zur Tour und ist beliebtes Fotosujet.

Noch ein wenig beliebter sind die drei Prominenten, die jeder eine Tour begleiten. «Die Top-Tour war die Route mit Nik Hartmann auf den Gäbris, da sind gut 300 Leute mitgewandert», sagt Bruno Diebold, Präsident Appenzell Ausserrhoder Wanderwege VAW und Mitglied des Organisationskomitees. Insgesamt hätten gut 2500 Leute den Wandertag besucht. Und als am Nachmittag die Sonne sich hinter den Wolken hervorschiebt, bevölkert sich der Festplatz. Wanderer stärken sich mit Wurst oder Kuchen, müde Füsse werden im Shiatsu-Massage-Zelt geknetet. «Jeder konnte das Appenzellerland im Sonnenschein erleben», freut sich Diebold, der von einem grossen Werbeeffekt für die Region spricht. «Etliche Besucher sagten, sie wollen das Appenzellerland wieder einmal besuchen.»

Nicolas Senn gefällt es, inmitten seiner Fans zu wandern. «Das ist ja quasi vor meiner Haustür», sagt der Wahlgaiser. Er begleitet die einfachste Tour zum Walderlebnisraum Gais – nicht wegen fehlender Kondition, sondern wegen der Auftritte am Abend im Festzelt. «Es ist schön, dass so viele Leute mit einem plaudern möchten», sagt Senn und erfüllt jeden Foto- und Autogrammwunsch.

So lässt es sich auch bei Gruselwetter gemütlich wandern.

So lässt es sich auch bei Gruselwetter gemütlich wandern.

Nach dem Wandern zur Stubete: Das Rotbach-Chörli im Festzelt.

Nach dem Wandern zur Stubete: Das Rotbach-Chörli im Festzelt.