Ganterschwiler wollen sichergehen

Am Mittwochabend hat das Kernteam hinter der Gemeindevereinigung Bütschwil-Ganterschwil zu einem dritten Bürgerforum in Bütschwil geladen. Vor allem die Ganterschwilerinnen und Ganterschwiler diskutierten eifrig und fragten nach.

Matthias Giger
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BÜTSCHWIL. Am dritten Bürgerforum zur Gemeindevereinigung der Politischen Gemeinden und der Inkorporation der Primarschulgemeinden Bütschwil und Ganterschwil sollten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit haben zu fragen und zu diskutieren. Davon machten sie regen Gebrauch. Vor allem die Ganterschwilerinnen und Ganterschwiler schienen der Gemeindevereinigung sowie der Inkorporation, über die Bütschwiler wie Ganterschwiler am 27. November entscheiden, noch skeptischer gegenüber zu stehen als das Kernteam.

Herz und Portemonnaie

«Es war auffallend, wie nach dem Informationsteil die meisten von Ihnen schnurstracks auf den Posten Finanzen zusteuerten und die übrigen drei Posten links liegen liessen», sagte Guido Kriech als Fazit. Dies zeige, dass es bei Fusionen vor allem um vorne links und hinten rechts, also um Herz und Portemonnaie gehe. Genau diese beiden Themen wurden am dritten Bürgerforum betont. «Die beiden Gemeinden Bütschwil und Ganterschwil sowie die beiden Primarschulgemeinden arbeiten bereits in vielen Bereichen zusammen und sind bereits heute stark miteinander verflochten», betonte der Bütschwiler Gemeindepräsident Karl Brändle.

Othmar Gerschwiler, Gemeindepräsident von Ganterschwil, hob die finanziellen Gründe, die für eine Gemeindevereinigung sowie für die Bildung einer Einheitsgemeinde sprechen würden, hervor. «Den Steuerfuss könnte Ganterschwil ohne Fusion vielleicht noch ein Jahr bei 142 Prozent halten, dann müsste er erhöht werden», sagte Othmar Gerschwiler. Die Steuerkraft in beiden Gemeinden sei mit 1641 Franken pro Kopf in Bütschwil und 1414 Franken in Ganterschwil schwach. Die Einsparungen von rund 711000 Franken (siehe Kasten), die sich durch die Vereinigung der beiden Gemeinden sowie die Inkorporation der beiden Schulgemeinden ergäben, würden rund zehn Steuerprozente umfassen, so Othmar Gerschwiler. Den Bürgerinnen und Bürgern wird, wenn die Vereinigung zustande kommt, ein Steuerfuss von 140 Prozent zur Abstimmung an der Bürgerversammlung der neuen Gemeinde vorgeschlagen.

Nachhaltig tiefer Steuerfuss?

Ob ein tiefer Steuerfuss denn auch über mehrere Jahre gehalten werden könnte, wollte ein Ganterschwiler wissen, der sich wie viele vor allem für die finanziellen Aspekte der Fusion interessierte. «Ja, mindestens auf die nächsten zehn Jahre hinaus», sagte Guido Kriech, der als Berater schon mehrere Gemeindevereinigungen begleitet hat, «denn dies bewirken die Entschuldungsbeiträge.» Sie würden gemeinsam mit den errechneten Nettoeinsparungen für die neue Gemeinde eine gute Ausgangslage schaffen, so Guido Kriech. Den Steuerfuss längerfristig auf 140 Prozent zu halten, wäre zumindest das Ziel der vereinigten Gemeinde. Denn, wie der Ganterschwiler Gemeinderat Othmar Gerschwiler betonte: «Letztlich sind die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Souverän in der Gemeinde. Sie entscheiden über die Kredite für grosse Projekte, welche die Gemeinde finanziert oder mitfinanziert.»

Standort der Schulverwaltung?

Albert Studer, Schulratspräsident der Primarschule Bütschwil, wurde gefragt, ob denn wenigstens die Schulverwaltung Sitz in Ganterschwil hätte, zumal die Gemeindeverwaltung in Bütschwil sitzen würde. «Nein, denn Bütschwil eignet sich als Standort, zumal das Dorf in der Mitte der drei Schulstandorte Dietfurt, Bütschwil und Ganterschwil liegt», antwortete Albert Studer. Er betonte auch, dass in den nächsten Jahren sicher keiner der drei Schulstandorte geschlossen werden müsse. Der Bütschwiler Gemeindepräsident Karl Brändle wurde beim Posten Vereinigungsbeschluss gefragt, ob Ganterschwil in der neuen Gemeinde eine bestimmte Anzahl Gemeinderätinnen oder Gemeinderäte zugute hätte. Karl Brändle verneinte: «Weder Bütschwil noch Ganterschwil haben eine fixe Anzahl Gemeinderäte garantiert.» Karl Brändle betonte zum Schluss, dass die Vereinigung eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein soll und keine Übernahme.

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