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GANTERSCHWIL: Bildwelten aus dem «Sonnenhof»

Kinder und Jugendliche aus der Klinik Sonnenhof haben im Rahmen eines Kunsttherapieprojekts ihr eigenes Buch gestaltet. «Quergedrucktes» heisst das Werk, das nun in einer Auflage von 100 Stück vorliegt.
Anina Rütsche
Das Buch mit dem Titel «Quergedrucktes» ist im Rahmen einer Kunsttherapie-Sonderwoche im «Sonnenhof» entstanden. (Bild: PD)

Das Buch mit dem Titel «Quergedrucktes» ist im Rahmen einer Kunsttherapie-Sonderwoche im «Sonnenhof» entstanden. (Bild: PD)

Anina Rütsche

anina.ruetsche@toggenburgmedien.ch

«Queres ist breit, manchmal schräg und sperrig. Es kann Normen des Sehens und Bildermachens hinterfragen.» So steht es im Vorwort von «Quergedrucktes», und «Quergedrucktes» ist in vielerlei Hinsicht ein Buch der besonderen Art. Mitgewirkt haben junge Patientinnen und Patienten, die derzeit im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Zentrum in Ganterschwil leben. Als deren Begleiter haben sich zwölf Studierende aus dem Masterstudiengang Kunsttherapie an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt im deutschen Nürtingen-Geislingen engagiert. Die Kinder und Jugendlichen haben, aufgeteilt in Kleingruppen, während einer Woche im Oktober gezeichnet, gemalt, geschrieben, fotografiert, kopiert und collagiert.

«Das Buch bietet den Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit, sich mit ihren Bildern zu präsentieren», sagt Sabine Staroszynski, die seit mehreren Jahren als Kunsttherapeutin im «Sonnenhof» tätig ist und das Projekt koordiniert hat. «Sie dürfen stolz sein auf das, was sie erreicht haben.» Die Fachfrau, die gemeinsam mit zwei Dozenten der Hochschule für das Projekt verantwortlich ist, hebt hervor, dass das Buch den Patientinnen und Patienten Raum zur Verfügung gestellt habe, um sich neu zu zeigen, von sich zu erzählen, sich auf andere Menschen zu beziehen, zu experimentieren und ungewohnte Wege einzuschlagen. «Das war für alle Beteiligten eine spannende und wohltuende Aufgabe», sagt die Kunsttherapeutin rückblickend.

Beim Gestalten das Selbstbewusstsein stärken

Die Patientinnen und Patienten, die je sechs Seiten des Buchs gestaltet haben, sind gemäss Angaben der Klinik Sonnenhof zwischen neun und 17 Jahre alt. Alle befinden sich in schwierigen Situationen. «Das gelungene Buchprojekt konnte dazu beitragen, das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen, die an psychischen Krankheiten leiden, zu fördern», sagt Ulrich Müller-Knapp. Er ist Chefarzt an der Klinik Sonnenhof und hat das Vorhaben der Kunsttherapeutin und der Studentinnen von Anfang an unterstützt. «An der Vernissage konnte ich miterleben, wie die jungen Leute angesichts ihres Gemeinschaftswerks aufgeblüht sind. Es war schön, das zu sehen.»

Wer nun im neusten Werk blättert, trifft auf viele unterschiedliche Themen, Gestaltungsweisen und Techniken. Auch die Studierenden bekamen die Gelegenheit, eigene Werke im Buch zu platzieren. Ausserdem konnte der Ostschweizer Künstler Beni Bischof für einen Gastbeitrag gewonnen werden.Wer welche Seiten gestaltet hat, ist in der Endfassung des Werks allerdings nicht ersichtlich. Die meisten Beiträge erscheinen ohne Angabe eines Namens, und wenn dann doch einer dort steht, handelt es sich laut Sabine Staroszynski um einen Künstlernamen. Grund dafür sei der Patientenschutz. «Das Buch soll nämlich bewusst auch ausserhalb des Sonnenhofs präsentiert werden können», erklärt sie. «Wer daran interessiert ist, einen Blick hineinzuwerfen, kann sich bei uns melden.»

«Quergedrucktes» war übrigens nicht das erste Projekt des «Sonnenhofs» in Zusammenarbeit mit den Hochschulstudiengängen Künstlerische Therapien in Nürtingen-Geislingen. Die erste von bisher sechs Kunsttherapie-Sonderwochen in ähnlichem Rahmen hat Sabine Staroszynski, die einst selbst in Nürtingen studiert hat, vor einigen Jahren veranlasst.

Kontakt: www.kjpz.ch; sabine.staroszynski@kjpz.ch

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