Galluszentrum in einheimischer Hand

An seiner zweiten Sitzung der Amtsdauer 2011/15 stimmte die Mehrheit des Parlaments der Katholischen Kirche des Kantons St. Gallen der Veräusserung des Gruppenhauses Galluszentrum zu. Damit ist die Liegenschaft neu in Besitz der Firma Alpiger Transport GmbH aus Alt St. Johann.

Urs M. Hemm
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WILDHAUS. Es habe im Parlament schon seit längerer Zeit die Meinung vorgeherrscht, dass das Galluszentrum nicht mehr den ursprünglichen Zweck als Lagerhaus, speziell für Jugendgruppen wie Pfadi oder Blauring, erfülle, sagt Hans Wüst, Präsident des Administrationsrates des katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen. «Das Zentrum verfolgt heute ein kommerzielles Ziel, was auch richtig ist. Die Kirche aber ist nicht die richtige Institution, um ein Haus so zu führen», meint Hans Wüst. Das solle jemand in die Hand nehmen, der sich auskenne. Zudem sei das Galluszentrum für die katholische Kirche eine reine Finanzliegenschaft, also kein konfessionelles Engagement gewesen. Insofern habe der Verkauf der Liegenschaft zu keinen grossen Diskussionen im Parlament geführt, so Hans Wüst. «Es war uns jedoch wichtig, dass der Käufer nach Möglichkeit das Galluszentrum in der Form weiterführt, wie es jetzt unter der Leitung von Maya Mattiolo der Fall ist», betont er. Aufgrund der Vertragsverhandlungen habe sich schliesslich bald gezeigt, dass Hermann Alpiger unter den möglichen Käufern der ideale Partner war, so Hans Wüst. Der Vertrag zwischen der katholischen Kirche und Hermann Alpiger ist bereits im März unterzeichnet worden. Mit der Zustimmung des Parlaments wird dieser nun rückwirkend rechtskräftig, der Kaufpreis beläuft sich auf 1,25 Millionen Franken.

Galluszentrum hat Zukunft

«Ich hatte mich schon länger mit dem Gedanken befasst, Geld anzulegen, aber bisher nichts Passendes gefunden», sagt Hermann Alpiger, Geschäftsführer der Alpiger Transport GmbH in Alt St. Johann. Als dann das Galluszentrum zum Verkauf ausgeschrieben war, habe er nicht lange überlegen müssen. «Mir war wichtig, dass es ein Projekt ist, das in der Region verwurzelt ist und Zukunftspotenzial hat», so Hermann Alpiger. Häuser für grosse Gruppen und Lager entsprächen einem Bedürfnis im oberen Toggenburg, Tendenz eher steigend. «Aus diesem Grund habe ich auch nicht vor, am Konzept des Galluszentrums gross etwas zu ändern und möchte es so mit Maya Mattiolo als Pächterin weiterführen», betont Hermann Alpiger. Den bis September 2013 laufenden Vertrag mit Maya Mattiolo wolle er bis dahin auf jeden Fall so weiterlaufen lassen und mit ihr in der Zwischenzeit Verbesserungsmöglichkeiten erörtern. Denn in Jugendgruppen sieht er auch künftige Gäste fürs Toggenburg, wenn diese Jugendlichen älter geworden sind. «Wenn wir mit dem Aufenthalt im Galluszentrum gute Angebote in der Region verbinden können, dann kommen sie mit ihren Familien und später vielleicht mit ihren eigenen Kindern wieder ins Toggenburg», ist Hermann Alpiger überzeugt.

Mit Lösung zufrieden

Pächterin Maya Mattiolo sei glücklich, dass die katholische Kirche in Hermann Alpiger einen Käufer gefunden habe, der das Galluszentrum als Lagerhaus für Jugendliche und Gruppen so weiterführen wolle. «Wir vom Galluszentrum wurden von den Verantwortlichen der Kirche früh über die Verkaufsabsichten in Kenntnis gesetzt und waren stets über den aktuellen Stand der Verhandlungen informiert», sagt Maya Mattiolo. Sie sei froh, dass die Kirche die verschiedenen Interessen der potenziellen Käufer genau abgewägt und schliesslich Hermann Alpiger den Zuschlag gegeben hat, der das Weiterbestehen des Galluszentrums – zumindest auf mittlere Frist hin – garantiert. Maya Mattiolo ist vom Konzept des Galluszentrums überzeugt, ist sich aber auch bewusst, dass es Anpassungen geben müsse. «Auch wir in der Parahotellerie haben unter dem starken Franken gelitten. Gäste aus dem nahen Ausland, vor allem aus Deutschland, sind an den Wochenenden vermehrt ausgeblieben», stellt sie fest. Diese Ausfälle müssten irgendwie kompensiert werden, was nur über das regionale Angebot möglich sei. Denn mit den Preisen sei der Spielraum für das Galluszentrum ausgeschöpft, so Maya Mattiolo.

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