Gaiser Finanzen im Lot

Die Budgetversammlung vom Mittwochabend stiess auf wenig Interesse. Das Budget sieht bei einem Aufwand von 15,77 Mio. Franken ein Defizit von gegen 70 000 Franken vor. Für Diskussionen sorgte die Verschuldung.

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GAIS. Gemeindepräsident Ernst Koller stellte zu Beginn der Versammlung am Mittwochabend etwas frustriert fest, dass sich die anwesenden Mitglieder von Behörde und Verwaltung sowie die «gewöhnlichen» Stimmbürger mit je zwölf Personen gerade die Waage hielten. Die in die Haushalte verteilten Erläuterungen zum Voranschlag 2012 enthielten einesteils kaum besonderen Diskussionsstoff und andernteils präsentierten sich die Finanzen «im Lot». Das Budget 2012 rechnet mit einem Aufwand von 15,7 Mio. und einem Ertrag von 15,77 Mio. Franken mit einem Ertragsüberschuss von gegen 70 000 Franken.

Weitere Steuersenkung

Dass die Finanzen im Lot sind, betonte auch der erstmals in seiner Funktion als Finanzchef auftretende, im vergangenen Frühjahr neu gewählte Gemeinderat Urs Bosshard. Eine rigide Budget- und Ausgabenpolitik in allen Ressorts in den vergangenen Jahren habe dazu geführt, dass unter anderem das Verwaltungsvermögen der Gemeinde, das heisst die Schulden, seit 2004 von 17 Mio. auf 7,1 Mio. Franken gesenkt werden konnten. Ausserdem betrug das Eigenkapital Ende 2010 2,5 Mio. Franken. Dann sind die Steuererträge vor allem der natürlichen Personen stetig gestiegen. In den «Ranglisten» der Ausserrhoder Gemeinden steht Gais in verschiedenen Vergleichspositionen auf guten vorderen Plätzen. Auch im laufenden Jahr sind die Finanzen laut Bosshard auf gutem Wege, wie eine Halbjahresbilanz ergab. Dies alles bewog die Finanzkommission und den Gemeinderat, für das kommende Jahr eine Steuerfusssenkung um weitere 0,15 auf 3,8 Einheiten zu beantragen.

Unsichere Prognosen

Gemeindekassier Walter Schiess erhärtete Bosshards Ausführungen mit einigen Detailzahlen, die er mit Grafiken verständlich erläuterte. Ausserdem wies er darauf hin, dass gerade der Finanzplan durch verschiedene unsichere Einflüsse schwer zu planen sei. Ein neues Finanzplanungsgesetz sowie die Neudefinierung von Investitionen, ein eventueller Rückgang der Nebensteuern usw. führen für die Zeit nach 2013 zu unsicheren Prognosen.

Nichtsdestotrotz wolle man der Bevölkerung etwas von den guten Ergebnissen der vergangenen Jahre zurückgeben und beantrage die erwähnte Steuerfussreduktion um 0,15 Einheiten, wie Gemeindekassier Urs Bosshard bekräftigte. (hf)