GAIS: Prototyp hat ausgedient

Bei der Nägeli Holzbau AG wurde gestern eine moderne Holzverarbeitungsmaschine eingeweiht. Auch die Zertifizierung «Gutes Innenraumklima» war Grund zu feiern.

Andy Lehmann
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Clemens Koller, Projektleiter Nägeli AG, mit Geschäftsführer Hannes Nägeli und Barbara Jehle von der Zertifizierungsstelle. (Bild: ALE)

Clemens Koller, Projektleiter Nägeli AG, mit Geschäftsführer Hannes Nägeli und Barbara Jehle von der Zertifizierungsstelle. (Bild: ALE)

Andy Lehmann

andreas.lehmann

@appenzellerzeitung.ch

Sie ist rund 60 Meter lang und die drei voll automatisierten Arbeitsschritte wurden mit passenden Tiernamen versehen: Die Rede ist von der neuen Produktionsmaschine der Holzverarbeitungsfirma Nägeli AG in Gais.

Die Maschine befindet sich in einer grossen Werkhalle. Geschäftsführer Hannes Nägeli erinnert sich: «Die erste Maschine wurde 2005 installiert, sie war ein Prototyp. Mit ihr konnte man Holz in drei Arbeitsschritten computergesteuert verarbeiten.» So waren schnelles Sägen, Dübeln und Legen möglich. Die Maschine hatte in den vergangenen zwölf Jahren gute Dienste erwiesen und total 7200 Kilometer Bretter verdübelt. Daraus wur­-den 192000 Dübel erarbeitet. 720000 Kubikmeter Holz wurden verarbeitet und ebenso viele Bäume in schöne Appenzellerwände verwandelt. Jetzt hat man die alte Maschine durch eine neue ersetzt. Und die kann noch mehr: Neu ist ein Wender eingebaut. Die grossen Holzbretter müssen nicht mehr mit einem Lastkran gewendet werden. Die Herstellerfirma Techno Wood in Wildhaus hat bereits sechs solcher Maschinen gefertigt.

Bei der Produktionsmaschine wurde jeder der drei Arbeitsschritte mit einem Namen versehen. «Uns ist die Ameise in den Sinn gekommen – für den Leger – als emsiger Transporteur der Bretter. Den Dübler haben wir nach der Wespe benannt, denn sie bohrt konsequent Löcher und verpresst Dübel. Die dritte Station heisst Biber als grossartiger Verarbeiter der Elemente.» Im Beisein von Gästen und Mitarbeitern wurde die Maschine gestern offiziell eingeweiht.

Mit Raumklima-Gütesiegel ausgezeichnet

Zweiter Höhepunkt des Anlasses war die Zertifizierung für ein gutes Raumklima. «Das Bürogebäude ist seit einem Jahr in Betrieb und die Wände wurden ohne Fremdstoffe wie Metall und Leim, sondern nur mit Holz gebaut», sagt Hannes Nägeli. Er könnte nie in einem Haus mit kontrollierter Lüftung wohnen, das mache auf die Dauer krank. Man brauche Vitalität in der Luft, fügt er an.

Die Firma Nägeli hat sich auf den Bau von Häusern mit gesundem Innenraumklima spezialisiert. Gestern wurde ihrem eigenen Bürobau durch Barbara Jehle das Gütesiegel «GI», Gutes Innenraumklima, verliehen. Jehle ist Geschäftsführerin der Firma Bau und Umweltchemie Beratungen und Messungen AG in Zürich. Um das Gütesiegel zu erlangen, werden rund 100 verschiedene chemische Schadstoffe bewertet, die üblicherweise in Innenräumen vorkommen. Unter anderem darf die Konzentration von Formaldehyd 60 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht überschreiten. Das neue Bürogebäude erfüllt sämtliche Auflagen und Normen für eine erfolgreiche Zertifizierung.

«Wir müssen den Duft des Frühlings oder des Winters einatmen können und die Natur beim Wohnen in der guten Stube spüren», sagt Nägeli. Die Auftragsbücher seien dank der spezialisierten Bauweise und Verarbeitung des Holzes gut gefüllt, so der Geschäftsführer.