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Gais – Ort von historischer Bedeutung

Gais ist auch Ort eidgenössischer Geschichte: Hier fand im Juni 1405 die Schlacht am Stoss statt, bei der die Appenzeller obsiegten.
Das Stossdenkmal in Gais.

Das Stossdenkmal in Gais.

Anfang Juni 1405 belagerten die Appenzeller das Städtchen Altstätten. In dieser Zeit trafen Nachrichten ein, dass sich im Rheintal und im Vorarlberg ein gegnerisches Ritterheer bereitstelle – vorsichtshalber zogen sich die Appenzeller ins Hügelland zurück. Am Morgen des 17. Juni 1405 brachen 1200 Mann zum Marsch gegen den Stoss auf. Ihr Ziel war wohl Appenzell.

Die siegreiche Schlacht

Auf der Höhe des Stosses, versteckt im Wald, lag das etwa 400 Mann starke Appenzeller Heer auf der Lauer. Nachdem ein grosser Teil der Österreicher die Letzi (Befestigungssperre) passiert hatte, stürmten die Appenzeller aus ihrem Hinterhalt hervor und griffen an. Der Angriff kam so unerwartet, dass unter den Österreichern grosse Panik ausbrach, die in einer wilden Flucht und für viele tödlich endete.

Während der Schlacht soll von einem Krieger aus Appenzell eine Heldentat vollbracht worden sein: Uli Rotach, ein hinkender, aber äusserst starker Mann, war von zwölf Rittern umzingelt worden. Mit dem Rücken an eine Hütte gelehnt, wehrte sich Uli Rotach so tapfer, dass es ihm gelang, fünf der Ritter zu töten. Die übrigen steckten voll Verzweiflung die Hütte in Brand. So starb der Held durch Feuer, und nicht von Menschen besiegt.

Ob die Heldentaten des Uli Rotach den Tatsachen entsprechen, weiss man nicht. Ebenso ist es wohl eher eine Legende, dass mitten im Streit mit Sensen, Gabeln und anderen Geräten bewaffnete Frauen von Gais und Appenzell in weissen Hirtenhemden vom Sommersberg her erschienen, um ihren Männern zu helfen. Auf jeden Fall legten die Appenzeller nach ihrem Sieg sofort die Hand auf Altstätten, Marbach und Berneck. Schon eine Woche nach der Schlacht, am 24. Juni 1405, verbündeten sich Appenzell und St. Gallen mit diesen Gemeinwesen und schlossen unter sich ein engeres Bündnis.

Getrennte 600-Jahr-Feier

Auf dem Schlachtgelände, mitten auf Gaiser Boden, stehen in Erinnerung an die siegreiche Schlacht eine Kapelle und ein gut 100jähriges Denkmal. Dieses wurde zur 600-Jahr-Feier im Juni 2005 renoviert. Das denkwürdige Jahr gestalteten Appenzell Inner- und Ausserrhoden getrennt: «600 Jahre Schlacht am Stoss» hiess es in Innerrhoden und «600 Jahre Appenzellerland» in Ausserrhoden. Einzig zu einem offiziellen Festanlass am 18. Juni 2005 konnten sich die beiden Kantone zusammenraufen. An diesem Samstag trafen sich mehr als 300 geladene Gäste auf dem ehemaligen Schlachtgelände. Einer der Höhepunkte war gleichentags die Premiere des von Appenzell Innerrhoden auf die Beine gestellten Festspiels «Ueli Rotach». Im dankbaren Gedenken wallfahren die Innerrhoder immer noch jährlich von Appenzell zum Stoss. (eg)

Quelle: «Geschichte der Gemeinde Gais» von Achilles Weishaupt und Karl Rechsteiner.

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