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GAIS: Komfortable Ausgangslage

Die Gemeinde verfügt über so viel Eigenkapital, dass selbst Defizite in den nächsten Jahren verkraftbar wären. Die Steuern sollen gesenkt werden.
Monica Dörig
Urs Bosshard (Gemeinderat, Finanzkommission), Walter Schiess, Finanzverwalter, und Ernst Koller, Gemeindepräsident. (Bild: DÖ)

Urs Bosshard (Gemeinderat, Finanzkommission), Walter Schiess, Finanzverwalter, und Ernst Koller, Gemeindepräsident. (Bild: DÖ)

Monica Dörig

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Gais schlägt der Bevölkerung für 2018 eine Senkung des Steuersatzes um 0,15 Einheiten auf neu 3,5 Einheiten vor. Die Erfolgsrechnung schliesst voraussichtlich bei einem Gesamtaufwand von 21,7 Millionen Franken mit einem Gewinn von 49 700 Franken. Für die nächsten Jahre stehen in Gais keine grösseren Investitionen an, antwortete Gemeindepräsident Ernst Koller auf eine Frage aus dem Publikum. Mit der letzten Ratenzahlung an die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen und der vom Bund vorgeschriebenen Sanierung der Bahnübergänge sowie den Kosten für den Ausbau der Strassen werden die Investitionen in den nächsten Jahren tiefer ausfallen. Für das nächste Jahr wird auch mit weniger Unterhaltsausgaben im Strassen- und Hochbau gerechnet.

Hingegen wird das 100-jährige Leitungsnetz der Wasserversorgung in den nächsten Jahren grössere Investitionen nötig machen. Die budgetierten Nettoinvestitionen betragen für das Jahr 2018 rund 1,8 Millionen Franken.

Hohe Steuerkraft

Walter Schiess bestätigte, was die Bevölkerung schon aus der Broschüre zum Voranschlag 2018 erfahren hat: Gais befinde sich in einer komfortablen Ausgangslage. «Dank günstigem Umfeld» und konsequenter Ausgabendisziplin konnten in den vergangenen drei Jahren kräftige Bilanzüberschüsse realisiert werden. Gemessen an der Steuerkraft im Jahr 2016 liegt Gais im Vergleich der Ausserrhoder Gemeinden auf Rang sechs, betreffend Steuerfuss liegt die Mittelländer Gemeinde 2017 an dritter Stelle. Die Devise des Gemeinderates lautet, keine Steuern auf Vorrat zu erheben. Bis im Jahr 2021 rechnet der Gemeinderat mit einem Verwaltungsvermögen von über 14 Millionen Franken.

Gemeinderat Urs Bosshard von der Finanzkommission erinnerte daran, dass der Kanton künftig mehr vom Steuersubstrat für sich «abzweigt». Zudem werden die Ausgleichsgemeinden in Zukunft massiv weniger Ausgleichszahlungen erhalten. «Das bedeutet zwar ausgeglichene Rechnungen, aber kaum mehr Mittel für die Reservebildung für Investitionen», mahnte er. Von der Reduktion der Ausgleichszahlungen sei Gais jedoch nicht betroffen. Dank des hohen Eigenkapitals, momentan über zehn Millionen Franken, könne Gais seine Aufgaben noch eine Weile «ohne Weiteres finanzieren».

Mehr Geld im Portemonnaie

Der Gemeinderat schlägt den Stimmberechtigten darum die Steuersenkung um rund vier Prozent vor. Das bedeutet jährliche Mindereinnahmen von schätzungsweise 350 000 Franken, was angesichts der Vermögensverhältnisse der Gemeinde verkraftbar ist. Der Voranschlag 2018 weist trotzdem einen geringen Überschuss aus. Für den einzelnen Steuerzahler ergibt dies bei einer Gesamtsteuerbelastung von 5000 Franken (Kanton, Gemeinde und Kirche) pro Jahr etwa 100 Franken mehr im Portemonnaie. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag der Steuersatz bei 4,35 Einheiten.

Für 2018 budgetiert der Gemeinderat um fast 170 000 Franken höhere Ausgaben im Bereich der Gesundheitskosten, was auf die mutmasslich höheren Beiträge an die Pflegerestfinanzierung zurückzuführen ist. 90 000 Franken sind für die Zukunftsprojektierung Wohnen im Alter vorgesehen. «Wir müssen das jetzt anpacken», sagte Gemeinderat Andreas Winkler. Eine Arbeitsgruppe werde – sobald die Bevölkerung am 26. November dem Voranschlag für 2018 zugestimmt hat – zusammen mit Fachpersonen «Lösungsvorschläge auf breiter Ebene» erarbeiten. Gemäss funktionaler Gliederung betragen die Kosten für die soziale Sicherheit 15 Prozent, für den Verkehr 12 Prozent. 41 Prozent der Ausgaben entfallen auf die Bildung; für 2018 wird mit einem Rückgang von 125 000 Franken gerechnet – dies vorab dank den Optimierungen des Umgangs mit den aktuellen Schülerzahlen.

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