GAIS: Gais würdigt Lilly Langenegger

Die Gemeinde Gais verleiht der Bauernmalerin Lilly Langenegger für ihr langjähriges Wirken den Anerkennungspreis 2016. Die Künstlerin kam in den 1960er-Jahren als Kindergärtnerin nach Gais.

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Die Malerin und Bäuerin Lilly Langenegger. (Bild: Michel Canonica)

Die Malerin und Bäuerin Lilly Langenegger. (Bild: Michel Canonica)

GAIS. Lilly Langenegger–Eisold wurde 1944 in Zürich geboren. Während ihrer von vielen Umzügen geprägten Jugendzeit schuf sie sich ihre eigene Welt mit Basteln und Zeichnen. Anfang der Sechzigerjahre begann sie mit Kindern zu arbeiten, und so kam sie als Kindergärtnerin nach Gais. Bald lernte sie Landschaft, Leute und die Appenzeller Musik kennen und schätzen.

«Brettli» und «Bödeli»

Zu Beginn der Siebzigerjahre sah sie an einer Ausstellung erstmals sogenannte Bauernmalerei. Lilly erinnerte sich ihrer früheren Fähigkeiten als Zeichnerin und versuchte es gleich selbst. Erste «Brettli» und «Bödeli» schenkte sie der Verwandtschaft. Bald aber wurden ihre Bilder bekannter. Mit jedem Werk wuchs auch ihre Sicherheit für Form und Farbe. Pingelig begann sie auf jedes kleine Detail zu achten in ihren Darstellungen des bäuerlichen Alltags.

Dieser verlief im Hof Bommes auf besondere Weise, wurde doch in den Achtzigerjahren auf biologisch-dynamische Landwirtschaft umgestellt. Dank einiger Helferinnen und Helfer fand Lilly doch Zeit zum Malen, konnte sie sich doch der Aufträge fast nicht mehr erwehren. Bei einer befreundeten Bauernfamilie fand sie eine Stube, in der sie sich jeweils für einige Stunden ungestört der Malerei widmen konnte. Hier entstand auch ihr erstes Kinderbuch, «Flöckli, das Geisslein».

Sämtliche ihre Bilder erzählen Geschichten. Der Betrachter findet immer wieder neue Details in der Landschaft, bei spielenden Kindern, herumtollenden Tieren. Lilly malt bewusst eine heile Welt.

Preisübergabe am Samstag

Und dann gibt es seit den Achtzigerjahren noch die Radiererin Lilly Langenegger. Auch hier waren es vorerst landwirtschaftliche Szenen, die sie auf Kupferplatten ätzte und bald auch farbig abzog. Später begann sie ihre Träume in Bilder umzusetzen. «Ich zeichne einfach, was ich denke», sagt sie zu diesen Bildern. Mit ihnen hatte Lilly Erfolg, und auf Unicef-Karten kamen Reproduktionen davon in die weite Welt hinaus.

Die Kulturkommission Gais verleiht Lilly Langenegger den mit 1000 Franken dotierten Anerkennungspreis 2016. Die Übergabe findet anlässlich des Internationalen Museumstages am Sonntag, 22. Mai, um 11.15 Uhr im Museum Gais am Dorfplatz statt. Urs Bosshard, Präsident der Kulturkommission, wird die Laudatio halten. (pd)