GAIS: Ein Arzt bleibt im Dorf

Hausarzt Ueli Eggenberger hat eine Nachfolge gefunden. Die Polipraxis Herisau wird die Grundversorgung im Dorf sicherstellen.

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In diesem Jahr wiederholt sich für Gais eine bekannte Situation: Vor sechs Jahren übernahm Ulrich genannt Ueli Eggenberger die Hausarzt-Praxis im Dorf von Dr. med. Max Müller, der an der Rösslistrasse seit 1984 praktizierte. Heute steht sein Nachfolger Eggenberger vor der gleichen Herausforderung: Er steht vor der Pensionierung und möchte, dass die Praxis im Dorf geöffnet bleiben kann. Unterstützt vom Gemeinderat, Trägerschaften und der Dorfbevölkerung machte sich der Hausarzt auf die Suche nach einer Nachfolge.

Mit der Polipraxis aus Herisau konnte nun eine Lösung gefunden werden. Ab 11. Dezember wird die Polipraxis Gais, unter der Leitung von Marion van Eck, die Allgemeinmedizin und Hausarzt-Dienstleistung weiterhin anbieten, um dann im Frühling 2018 mit einer weiteren Fachkraft der Allgemeinmedizin zu expandieren. Die Einwohnerinnen und Einwohner können sich somit weiterhin auf die ärztliche Grundversorgung im Dorf verlassen und müssen keine längere Anfahrt in die Nachbardörfer in Kauf nehmen. Die Polipraxis führt bereits zwei Standorte in Herisau und Wil. Die Praxen wurden zu Ärztegemeinschaften ausgebaut und sind in nur zwei Jahren stark gewachsen. In Herisau stehen für die Patienten neben weiteren Fachärzten drei Physiotherapeuten im Einsatz. Daneben wird die medizinische Massage angeboten. Das hat für Patientinnen und Patienten den Vorteil, dass sie sich umfassend beraten und behandeln lassen können.

Neue Ärztinnen und Ärzte werden gesucht

Mit dem Angebot Dermatologie und Gynäkologie in Herisau, hat es die Polipraxis als Arbeitgeber geschafft, Fachspezialisten ins Appenzellerland zu ziehen. Trotzdem bleibt es schwierig neue Ärzte zu finden. Die Geschäftsleitung der Polipraxis beurteilt die Situation so: «Die wichtige Arbeit im Bereich der Grundversorgung hat im Verlauf der letzten Jahre an Attraktivität eingebüsst. Die konstante Belastung, verbunden mit dem unternehmerischen Risiko, entspricht oft nicht den Vorstellungen einer jungen Ärztin oder einem jungen Arzt und lässt sich mit der heute viel bewusster gelebten Work-Life-Balance kaum noch vereinbaren. Deshalb sehen wir unsere Rolle als Arbeitgeber nicht nur darin, dem medizinischen Personal eine Arbeitsstelle anzubieten, sondern auch den Raum zu schaffen für Teilzeit und ein gutes Arbeitsklima, wo man sich auf Augenhöhe begegnet.

Die Leitung der Polipraxis gibt sich zuversichtlich, mit ihrem Konzept weitere Mediziner begeistern zu können. (pd)