FUSSBALL: Wechselt nicht nur der Goalie?

Beim 2:1 gegen den Tabellenletzten Wängi erzielt der FC Herisau beide Tore vor der Pause. Trainer Fabio de Souza spricht nach dem dritten Sieg in Serie davon, dass er eventuell eine Aufgabe bei einem anderen Verein übernehmen wird.

Lukas Pfiffner
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Herisaus Innenverteidiger Selim Tasdelen (rechts) und Wängis Dario Bommer haben den Ball im Blick; hinten Verteidiger Samuel Looser. (Bild: pf)

Herisaus Innenverteidiger Selim Tasdelen (rechts) und Wängis Dario Bommer haben den Ball im Blick; hinten Verteidiger Samuel Looser. (Bild: pf)

FUSSBALL. Doch, dann kam er noch, der erste ernsthafte Schuss auf das Herisauer Tor an diesem Samstag. Es lief die zweite Nachspielminute: Sandmeier traf mit einem schön plazierten Freistoss via Latte herrlich zum 1:2-Anschluss. Jener, der den Ball passieren lassen musste, war nicht Herisaus Stammtorhüter Stefan Gysi. «Ich habe mich aus familiären Gründen zum Rücktritt im Sommer entschieden», sagte der Routinier, der am Samstag durch Pascal Grubenmann ersetzt wurde. «Es ist sinnvoll, dass er ohne Druck das eine oder andere Spiel machen kann.»

Statistische Logik

Zu tun hatte Grubenmann (Jahrgang 1995) praktisch nichts. Dass ihn die willigen und vorbildlich kämpfenden, aber nach vorne sehr harmlosen Thurgauer noch bezwingen konnten, entsprach weniger der spielerischen als der statistischen Logik. Herisau hat in dieser 2.-Liga-Saison nämlich genau einen Treffer pro Spiel kassiert und Wängi durchschnittlich 0,94 Tore geschossen. Diese letzte nennenswerte Szene im Ebnet änderte aber nichts mehr an der Tatsache: Wängi besitzt als Tabellenletzter nur noch theoretische Chancen auf den Ligaerhalt.

Seit sieben Jahren

Herisau dagegen feierte den dritten Sieg in Folge und kann sich entspannt dem Saison-Schlussspurt hingeben: Gut möglich, dass es für die Meisterschaft 2016/17 nicht nur ganz hinten auf dem Rasen, sondern auch auf der Trainerbank zu Änderungen kommt. Fabio de Souza (seit Profizeiten Fabinho genannt) denkt an Abschied. Der Brasilianer, einst Spieler in Wil, St. Gallen, Schaffhausen und Herisau, war in der Saison 2009/10 Trainerassistent und ab 2010 bei den Ausserrhodern für das Training und Coaching verantwortlich. «Herisau ist ein guter Verein, und ich habe ein ausgezeichnetes Verhältnis zu den Leuten hier. Aber ich kann mir schon vorstellen, nach dieser langen Zeit im gleichen Ort und in der gleichen Liga eine neue Aufgabe zu übernehmen.» Es seien Anfragen von anderen Vereinen an ihn ergangen, sagt der 41-Jährige. In den nächsten Tagen sind mit dem FCH Gespräche vorgesehen.

Ein Assist und ein Tor

«Wir hätten mehr als die zwei Tore schiessen müssen», stellte Fabinho fest. Nach einer Flanke Hadjadjs gelang Cengiz mit einem nicht scharfen, aber präzisen Kopfball das 1:0 (11.), und drei Minuten vor der Pause erhöhte Hadjadj aus kurzer Distanz zum 2:0, nachdem er einen Angriff selber eingeleitet hatte. Herisau war spielerisch besser, verzeichnete aber in beiden Halbzeiten für einige Minuten einen Leistungsabfall, der vorübergehend Unruhe und vielversprechende Momente der Gäste zur Folge hatte: Das Wetter war so wechselhaft wie der Auftritt der Herisauer. Einmal verfehlte aber J. Widmer nach einer schönen Kombination das Tor (37.) und später Martic den Ball (62.).

Herisau – Wängi 2:1 (2:0) Ebnet. - 50 Zuschauer. – Sr. Rinaldi. Tore: 11. Cengiz 1:0. 42. Hadjadj 2:0. 92. Sandmeier 2:1. Herisau: Grubenmann; S. Looser, Tasdelen, Gavrilovic, F. Wieland; Höhener, Ümit (71. Beka), D. Looser, Hadjadj (58. Pozhari); Nesci (84. A. Schoch), Cengiz. Wängi: Meiler; Ramada Luis, Pelusi, Sandmeier, R. Widmer; Gantenbein (75. D. Holenstein), Burgermeister, Martic, P. Holenstein, Bommer (67. Böhi); J. Widmer (82. Rauber). Bemerkungen: Herisau ohne Caamano, R. Schoch, D. Schoch, Follador und Boog (verletzt), Keller (gesperrt) sowie Thaqi (zweite Mannschaft). Verwarnungen: 21. P. Holenstein (Foul), 33. Hadjadj (Foul), 60. S. Looser (Foul) und 87. Ramada Luis (Foul).