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Fussball und Kirche

Die Fussball-Europameisterschaft zieht in diesen Tagen viele Blicke nach Frankreich, wo bis zum 10. Juli 24 Teams in zehn Stadien 51 Spiele austragen. Weit mehr als die Hälfte der Menschen verstehen die Sprache des Fussballs. Sie ist leicht zu verstehen.
Josef Manser
Josef Manser Pfarrer Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg, Bütschwil (Bild: Beatrice Bollhalder)

Josef Manser Pfarrer Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg, Bütschwil (Bild: Beatrice Bollhalder)

Die Fussball-Europameisterschaft zieht in diesen Tagen viele Blicke nach Frankreich, wo bis zum 10. Juli 24 Teams in zehn Stadien 51 Spiele austragen. Weit mehr als die Hälfte der Menschen verstehen die Sprache des Fussballs. Sie ist leicht zu verstehen. Kinder sammeln mit Inbrunst Panini-Bildchen, wie viele aus der älteren Generation früher Heiligenbildchen gesammelt haben. Das Spielfeld mit zwei Toren, ein Ball, 22 Akteure, zwei Linien und ein Schiedsrichter und das Publikum, aber auch sehr viel Geld spielen eine wichtige Rolle. Das Runde muss ins Eckige. Abseits ist, wer zu früh nach vorne drängt und infolge alleine vor dem gegnerischen Tor steht. Da darfst du nur in Begleitung hin.

Niederlage fair akzeptieren

Fussballspielen ist komplex und das Endresultat unvorhersehbar wie das menschliche Leben. Fussball bewegt Massen und kann zu einer spirituellen Erfahrung werden, ein Genuss für viele Sportbegeisterte, wenn Tausende gleichzeitig im Stadion und vor den Bildschirmen sitzen und die Meisterschaftsspiele verfolgen. Fussball gibt Impulse, zum Beispiel gegen den Rassismus und für ein besseres Miteinander. Es beteiligen sich verschiedene Nationen am gleichen Geschehen. Mitten aus dem Spielfeld des Lebens rufen wir zu Gott und allen Heiligen, sie mögen helfen, das Ziel – das Goal, das Tor – des Lebens zu finden und zu treffen. Wir sind gefordert, uns am Sieg massvoll zu freuen und die Niederlage fair zu akzeptieren.

Schiedsrichter und Verantwortliche brauchen ein gutes Auge und Klugheit bei ihren Entscheidungen. Zuschauer sollen am Spiel über Nationen, Sieg oder Niederlage hinweg Gemeinschaft und Freude spüren. Diese Freude bei der wichtigsten Nebensache der Welt kann fast religiöse Züge annehmen: Es werden Hymnen und Lieder gesungen. Es gibt Sprechchöre und Zurufe, die sich mit Akklamationen im Gottesdienst vergleichen lassen. Menschen werden gepackt und mitgerissen. Sie identifizieren sich ganz mit der Sache und den Spielern.

Feuer und Flamme

Der Alltagsmensch wird zum Fan, zum Fanaticus, was bedeutet «von Gott begeistert und völlig ergriffen». Viele sind Feuer und Flamme für ihre Stars, pilgern ihnen nach, suchen Berührungen, Sichtkontakt und Unterschriften. Für Tage und Wochen ist es wie an Pfingsten: Alle sprechen eine Sprache: Fussball eben. Es geht um Passion und Leidenschaft: Spiele werden zu Fest- oder Passionsspielen. Immer wieder gibt es Überraschungen, Auferstehungs- und Erlösungsmomente, Triumphe, Triumphzüge, Prozessionen, Kultgegenstände, einen Pokal, der wie das Allerheiligste in die Höhe gestemmt, geküsst und verehrt wird.

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