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FUSSBALL: Treppen steigen, Auto fahren

Der FC Rapperswil-Jona erstaunt in der Challenge League mit dem vierten Platz. Der beste Torschütze des Aufsteigers ist im FC Appenzell gross geworden: Egzon Shabani.
Lukas Pfiffner
Egzon Shabani im Spiel gegen den FC Aarau. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Egzon Shabani im Spiel gegen den FC Aarau. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch

Sein Weg ist anders als jener vieler. Egzon Shabani hat nie in einer Auswahl gespielt. «Und meine Mannschaftskollegen hatten so ziemlich alle irgendwann Nachwuchsmannschaften von oberklassigen Vereinen angehört, zum Beispiel in Basel oder Zürich. Ich nicht.» Bei den F-Junioren in Appenzell begann er zu spielen. Als Junger von Appenzell nach St. Gallen oder so zu wechseln, wäre kompliziert gewesen, erinnert er sich.

Er blieb bis 2011 bei seinem Stammclub und galt als talentierter Drittliga-Spieler. Er zog zu Altstätten in die 2. Liga interregional. Zwei Jahre später schloss er sich dem SC Brühl an – wieder zwei Spielklassen höher. Drei Saisons absolvierte er bei den St. Gallern, ehe er zum FC Rapperswil-Jona wechselte, dem aktuell erstaunlichen Tabellenvierten der Challenge League.

Der Appenzell-Albaner («das tönt doch gut, oder?») hat nach Innerrhoden noch direkte Kontakte. Was unter anderem damit zu tun hat, dass der offensive Mittelfeldspieler zu jenen Rapperswilern gehört, die einem zivilen Beruf nachgehen. Seine Arbeitsstelle liegt in Appenzell, er macht eine Zusatzausbildung als Haustechnikplaner im Bereich Heizung. Der 26-Jährige wohnt seit eineinhalb Jahren in Rheineck. Sechs- bis siebenmal pro Woche fährt Shabani mit dem Auto nach Rapperswil. «Da kommen 4000 bis 5000 Kilometer pro Monat zusammen.» Das erste Jahr am Zürichsee schloss er mit dem Aufstieg in die Challenge League ab, das zweite wird – darauf deutet einiges hin – so beendet, wie es niemand erwarten konnte. Zuletzt gab es fünf Siege in Folge: 3:1 gegen Schaffhausen, 2:1 in Wohlen, 2:0 gegen Aarau, 1:0 in Aarau, 3:1 gegen Chiasso.

Shabani hat an Konstanz zugelegt

«Am Anfang der Saison hatten wir etwas Mühe. Die Liga war neu, der Trainer und einige Spieler auch.» In der Rückrunde laufe der Ball für seine Mannschaft. «Und wir hatten ab und zu Glück.» Nur 28 Tore hat Rapperswil erhalten, was drittbester Wert der Liga ist. Als besondere Stärke streicht Shabani denn auch die defensive Solidität heraus. «Da helfen alle mit. Und wir können kontern.» Er fühle sich wohl in diesem System. Ein körperlicher Koloss ist der Appenzeller mit 67 kg und 172 cm nicht. Seine Schnelligkeit und Ideen kann er aber zur Geltung bringen. Er sei konstanter geworden, sagt er. 24 Partien hat der Aufsteiger absolviert; Shabani stand 19 Mal in der Startformation. Mit sechs Toren ist er bester Torschütze im Team von Urs Meier.

Ein Verbleib ist wahrscheinlich

Diesseits des Ricken ist Stéphane Nater der bekannteste Rapperswiler Spieler. Der ehemalige St. Galler ist im Oktober 2017 von seinem Aufenthalt in Afrika (Club Africain Tunis und Etoile Sportive du Sahel) in die Schweiz zurückgekehrt. Die nächste Aufgabe heisst Xamax auswärts. Die Neuenburger sind einsamer Tabellenführer. «Wir wollen immer gewinnen. Und wenn es ein Unentschieden gibt, nehmen wir das auch gerne.» Wer in der Karriere quasi bilderbuchmässig Treppenstufe um Treppenstufe erklimmt, sieht sich natürlich mit der Frage konfrontiert, ob er nicht einen nächsten Schritt anstrebe – konkret ein Engagement in der obersten Spielklasse. Eine Art Kindertraum sei es schon, als Profi Fussball zu spielen, meint Shabani. Aber er nehme es, wie es kommt. Der Vertrag läuft im Sommer aus. Es werden Gespräche folgen mit den Verantwortlichen. «Ich denke, dass der Club den Vertrag verlängern möchte. Die Chancen auf einen Verbleib sind gross.»

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