Fussball-Training dank Goodwill

WATTWIL. Kann der FC Wattwil Bunt die Aussenanlage Rietstein vermehrt für Trainings benützen? Dies ist ein Vorschlag des Wattwiler Gemeinderats, um die Trainingsbedingungen zu verbessern. Die Anlage gehört aber dem Kanton: BWZT-Verwalter Paul Forster zeigt sich grundsätzlich offen.

Hansruedi Kugler
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Die Aussenanlage Rietstein wird nicht nur durch Schülerinnen und Schüler der Kanti und des BWZT genutzt. Auch der FC Wattwil Bunt nutzt die Anlage für Trainings, vor allem wegen des Kunstrasenfelds. (Bild: Hansruedi Kugler)

Die Aussenanlage Rietstein wird nicht nur durch Schülerinnen und Schüler der Kanti und des BWZT genutzt. Auch der FC Wattwil Bunt nutzt die Anlage für Trainings, vor allem wegen des Kunstrasenfelds. (Bild: Hansruedi Kugler)

«Flutlicht ist für uns derzeit kein Thema», sagt Paul Forster. Er ist Verwalter des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZT) in Wattwil und für die Sportanlage Rietstein zuständig. Diese wird von der Kanti und dem BWZT gemeinsam genutzt. Die Anlage gehört dem Kanton, kostete 1,7 Millionen Franken und wurde 2008 eingeweiht – unter anderem ist dort der erste Kunstrasenplatz für eine kantonale Bildungsinstitution verlegt worden. Letzte Woche hat der Wattwiler Gemeinderat im Rahmen einer Studie den Vorschlag aufs Parkett gebracht, die Benutzung der Aussenanlage Rietstein mit einer zusätzlichen Beleuchtung zu verlängern. Licht gibt es derzeit keines auf der Rietstein-Aussenanlage. «Dies ist für unsere eigenen Bedürfnisse auch nicht nötig», sagt Paul Forster. Denn der Sportunterricht von Kanti und BWZT findet von Montag bis Freitag zwischen 7.50 bis 18 Uhr statt. Drei Kantiklassen und eine BWZT-Klasse sind dann in ihren Turnhallen in der Rietsteinhalle der Kanti und dem BWZT am Turnen. Bei schönem Wetter wechseln sie oft auf die Aussenanlage. Dort stehen ein Kunstrasenfeld, ein Naturrasenfeld, ein Beachvolleyball-Feld und ein Hartplatz zur Verfügung. Dass der Wattwiler Gemeinderat die Aussenanlage Rietstein in seine Überlegungen einbezieht, hat gute Gründe: Schon seit 2009 nutzen Junioren und ab und zu auch schon die erste Mannschaft des FC Wattwil Bunt die Aussenanlage Rietstein für Trainings.

FC nutzt Rietstein bereits

Selbstverständlich ist das nicht, denn die Anlage gehört dem Kanton. Paul Forster sagt aber: «Wir sind gerne bereit, dem FC Wattwil Bunt das Kunstrasenfeld für Trainings zur Verfügung zu stellen. Und bisher funktionierte dies auch tadellos. Wir sehen, dass der Fussballclub gerade im Winter und im Frühling sonst zu wenig geeignete Aussenplätze hat.» Der FC Wattwil Bunt hat in den vergangenen Jahren 2009, 2010, 2011 und 2012 jeweils Trainings an Samstagen und im Frühjahr 2013 wegen der schlechten Witterung auch abends durchführen können. Allerdings sind diese Trainings nur eingeschränkt möglich: Einerseits ist das Kunstrasenfeld zu klein, als dass man auf ihm vollständige Trainings mit Spielsequenzen durchführen könnte. Das Feld hat eine Grösse, die für D-Junioren, also für die bis zwölfjährigen Fussballerinnen und Fussballer ausreicht. Zweitens spricht eine ganze Liste von Einschränkungen eine klare Sprache. Die Aussenanlage Rietstein ist selbst für Juniorentrainings eine Notlösung, diese Einschätzung teilt auch Heinz Schefer, Präsident des FC Wattwil Bunt. Stollenschuhe sind verboten, weil der Kunstrasen nur eine aufgespannte Matte ist. Die Spieler müssen mit den Autos, Velos oder Töfflis auf dem Parkplatz des BWZT parkieren, und Licht hat es auf der Aussenanlage auch keines. So ist abends nur während sehr kurzer Zeit ein Training möglich.

Optimieren statt Neubau

Genau an diesem Punkt sieht der Wattwiler Gemeinderat eine Chance. Letzte Woche präsentierte Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner eine Studie, welche einige Optimierungsmöglichkeiten an den Aussensportanlagen in Wattwil aufzeigt. Dies war nötig geworden, weil die Wattwiler an der Urne das Projekt einer konzentrierten Sportstätte auf dem Rickenhof abgelehnt hatten. Um die knappen bis prekären Trainingsbedingungen der gut zwanzig Mannschaften des FC Wattwil Bunt zu verbessern, präsentierte Alois Gunzenreiner eine Reihe von möglichen Massnahmen. Fünf Kleinanlagen auf Gemeindegebiet von Wattwil und Lichtensteig kämen für eine Intensivierung der Benutzung in Frage: Badiwiese Lichtensteig, Flooz-Wiese, Wiese Schule Risi, Wiese Schule Wis. Darunter war auch der Vorschlag, auf der Aussenanlage Rietstein eine Beleuchtung zu installieren. Mit dieser könnten die Abendtrainings verlängert werden. Stellt sich nur die Frage, wer diese Beleuchtung bezahlen sollte. Für Paul Forster ist klar: «Der Kanton will keine Fremdfinanzierung. Falls die Gemeinde eine solche Beleuchtung wünscht, muss sie beim Kanton vorsprechen. Grundsätzlich ist es nicht Sache des Kantons, für Bedürfnisse von Dorfvereinen Lösungen zu finden.» Der Kunstrasen würde die Mehrbelastung aber problemlos ertragen.

Keine generelle Öffnung

Eine generelle Öffnung der Aussenanlage für die breite Öffentlichkeit kommt für Paul Forster hingegen nicht in Frage. Der Kunstrasen sei zwar eine super Sache und dank diesem könnten nun Schülerinnen und Schüler der Kanti und des BWZT viel öfter und vor allem witterungsunabhängig draussen Sport treiben. Allerdings sei der Kunstrasen empfindlich: Kaugummis sind genauso verboten wie Süssgetränke oder das Rauchen. Deshalb ist die Aussenanlage auch eingehagt. Diese Benutzungsvorschriften ergeben sich durch die Vorgaben des Lieferanten des Kunstrasens. «Unsere Schulklassen tragen der Anlage Sorge», betont Paul Forster. «Wäre der Kunstrasen frei zugänglich, würde er sehr bald nicht mehr so tiptop aussehen wie jetzt.» Ob der FC Wattwil Bunt überhaupt eine Verlängerung der Trainings auf der Aussenanlage Rietstein wünscht, will FC-Präsident Heinz Schefer noch nicht sagen. Der Vorstand treffe sich demnächst, um die Vorschläge des Gemeinderates zu beraten.