FUSSBALL: Speichers perfekte Saison

Viertligist FC Speicher hat diese Saison nur ein Spiel im Cup verloren. In der Meisterschaft ungeschlagen, steigt das Team von Trainer Christian Huber auf. Eine Geschichte von Läufern, Lenkern und Kämpfern.

Mea Mc Ghee
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Geschafft: Spieler und Betreuer des FC Speicher bejubeln die perfekte Saison, die mit dem Aufstieg in die 3. Liga endet. (Bilder: PD)

Geschafft: Spieler und Betreuer des FC Speicher bejubeln die perfekte Saison, die mit dem Aufstieg in die 3. Liga endet. (Bilder: PD)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Ein Fussballmärchen ist wahr geworden: Der FC Speicher – in der regionalen Fussballszene als die «Nichtaufsteigbaren» bekannt – beendet die Meisterschaft ungeschlagen auf dem ersten Tabellenrang der 4. Liga Gruppe 6 und steht als Aufsteiger fest. Speicher hat 18 von 20 Meisterschaftsspielen gewonnen und weist ein Torverhältnis von 70:22 auf. Fünf Runden vor Schluss stand der Aufstieg fest, 24 Punkte beträgt Ende Saison der Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Bühler. «Es war eine absolut perfekte Saison», sagt Christian Huber. Seit drei Spielzeiten ist er der Cheftrainer der Speicherer Viertligisten. Unterstützt wird er von Markus Bänziger und Jürg Schrag. «Wir sind ein gleichwertiges Trainergespann. Markus ist Konditionstrainer, Jürg leitet jeweils die Hauptübung und ich bin der Motivator», so Huber.

Wie begründet er den Erfolg? «Der Star ist die Mannschaft, wir hatten einen guten Zusammenhalt», betont der Cheftrainer immer wieder. Natürlich sei es einfacher zu gewinnen, wenn man einen Lauf habe. Und den hatte der FC Speicher. Die letzte Niederlage datiert vom 13. August. Damals unterlag man in der Cup-Vorrunde dem oberklassigen FC Romanshorn (3. Liga) 2:5.

Körperlich fit dank Trainingsfleiss

Alle Spieler – bis auf einen – stammen aus Speicher oder Trogen. Sie hätten im Laufe der Saison viele Gespräche geführt, immer wieder Kritik angebracht, und alle Spieler hätten Fortschritte erzielt. Als Speichers Stärke macht der Trainer die körperliche Fitness aus. «Wir konnten über 90 Minuten unser Tempo halten. Im Wissen darum konnten wir geduldig spielen und auf unsere Chance warten.» In der Mannschaft habe jeder eine Rolle: «Es gibt den Strategen, den Läufer, das Herz», beschreibt Christian Huber die Charaktere seiner Spieler. Jeder sei eine Teamstütze gewesen. Huber lobt den Trainingsfleiss und die Disziplin auf dem Feld. Kein einziger Spieler musste in der abgelaufenen Saison eine Sperre absitzen.

Aufstieg im x-ten Anlauf geschafft

Vor Wochenfrist gastierte zum Saisonabschluss der FC Rebstein 2 auf dem Sportplatz Buchen in Speicher. Zum letzten Spieltag waren Ehemalige geladen, und so konnten die Speicherer ihre aussergewöhnliche Saison und den Aufstieg vor der tollen Kulisse von rund 200 Zuschauern feiern. «Es war wie eine Erlösung», sagt Christian Huber. Immer wieder hatte Speicher den Aufstieg anvisiert – immer wieder war man gescheitert, zuletzt in der Saison 2015/16 als Tabellenzweiter. Zwei Jahre zuvor hatten die Strafpunkte aus den Verwarnungen gegen Speicher gesprochen. Damals stieg der punktgleiche Nachbar Teufen auf.

Appenzeller Derbys wären toll

Gut möglich, dass sich die Wege von Speicher und Teufen in der nächsten Saison wieder kreuzen. Könnte er wählen, würde der Trainer gerne in der Gruppe mit Teufen und Appenzell spielen. «Derbys hin oder her, wir treffen auf neue Gegner und freuen uns darauf, nicht als Favorit in die Spiele zu gehen.»

Anfang Juli beginnt für den Drittliga-Neuling die Saisonvorbereitung. Während drei Wochen wird an jeweils drei Tagen trainiert, und der Cup dient als Vorbereitungsspiel. Abgänge hat der FC Speicher nicht zu verzeichnen, alle wollen den eingeschlagenen Weg miteinander weiter gehen. Angst vor Niederlagen hat der Trainer nicht: «Wir freuen uns darauf, dass wir gefordert werden.» Langfristig sei es als kleiner Verein aber wohl nicht einfach, sich in der höheren Spielklasse zu halten. Eines steht fest: Die Spieler des FC Speicher werden auch in der 3. Liga als Kollektiv für den Erfolg kämpfen.