FUSSBALL: Rolle des Spielverderbers

Die erste Mannschaft des FC Ebnat-Kappel holte sich in Spanien den letzten Schliff für die Rückrunde. Los geht es morgen Samstag beim Tabellenletzten Linth 04.

Walter Züst
Merken
Drucken
Teilen
Jürg Stadelmann und sein Team möchten den Schwung der Intensivtage in Spanien in die ausstehenden neun Rückrundenspiele mitnehmen. (Bild: Walter Züst)

Jürg Stadelmann und sein Team möchten den Schwung der Intensivtage in Spanien in die ausstehenden neun Rückrundenspiele mitnehmen. (Bild: Walter Züst)

Elf Punkte Rückstand auf den Aufstiegsplatz, zehn Punkte Reserve zum Strich – Fakten, die für die zweite Saisonhälfte wenig Spannung versprechen. Ein Neuaufbruch quasi aus dem «Niemandsland»? Trainer Jürg Stadelmann spricht dazu und zur aktuellen Situation. Er sagt: «Die Ausgangslage ist tatsächlich etwas besonders. Niemandsland passt da nicht schlecht. Sicher scheint nur, dass wir sowohl mit dem Aufstieg als auch mit der Relegation kaum etwas zu tun haben werden.»

Die Mannschaft hat in der Vorrunde eindeutig zu viele Punkte liegen gelassen. Eine enttäuschende Zwischenbilanz?

Eigentlich schon. Die drei aufeinanderfolgenden Niederlagen in den Runden vier, fünf und sechs warfen uns entscheidend zurück. Umso wichtiger, dass uns mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen kurz vor der Winterpause der Befreiungsschlag glückte.

Bleibt die Rolle des Spielverderbers und die Möglichkeit, zumindest die Auf- und Abstiegsentscheidungen zu beeinflussen?

Nach dem Rückzug von Neckertal-Degersheim Ib kommt die aktuelle Tabelle der 4.-Liga-Gruppe 8 etwas unübersichtlich daher. Berücksichtigt sind die Partien gegen die verbliebenen Teams, aber auch die mit 0:0 und ohne Punkte gewerteten Spiele gegen die Neckertaler. Natürlich haben wir uns vorgenommen, das Zünglein an der Waage zu spielen und uns in der Tabelle zu verbessern.

Beim Stand der Dinge kann das Ziel jetzt eigentlich nur sein, intensiv auf die nächste Saison hinzuarbeiten. Gilt es, Weichen zu stellen?

Ja, klar. Unser Blick muss etwas weiter vorwärts gerichtet werden, hatten wir doch einen grösseren Umbruch im Kader und für eine erste Mannschaft ein sehr junges und unerfahrenes Team.

«Herausfordernd» waren die Gegner in den Testspielen ja nun wirklich nicht. Müsste nicht zwingend auf einen höheren Rhythmus hingearbeitet werden, wenn die Rückkehr in die 3. Liga bald einmal gelingen soll?

Es gibt vieles zu berücksichtigen. Im Winter ist es nicht einfach, Testspiel-Gegner zu finden, da wir ohne Kunstrasen immer beides suchen müssen. Für mein junges Team gilt es in erster Linie, Verantwortung zu übernehmen und ein richtiges taktisches Verhalten zu lernen. Zudem wollen wir wieder vermehrt den Ball laufen lassen und das Spiel kontrollieren.

Alle Mann «an Deck»?

Die Verletzungshexe verschonte uns zum Glück. Aktuell haben noch zwei Spieler nach längeren Verletzungspausen kleine Defizite, ansonsten sind wir alle fit und gesund. Beim Rückrundenstart vom kommenden Samstag beim Tabellenletzten Linth wird von uns ein Sieg erwartet. Die Glarner stehen aber mitten im Abstiegskampf und werden es uns beim Spiel in Niederurnen nicht leicht machen. Es gilt also, den Schwung der Trainingswoche in Mallorca mitzunehmen.

Die Zuschauerzahlen an den Matches sind in den letzten Jahren stetig gesunken. Hat dies nur mit den Resultaten zu tun?

Ich denke mehr, dass dies damit zu tun hat, dass in der Region alle zur gleichen Zeit Fussball spielen. Klar wäre es toll, wenn wieder mehr Fussballfreunde den Weg in den Untersand fänden. Die Mannschaft ist bestrebt, den Zuschauern jeweils ein gutes Spiel zu zeigen.

Wagen wir einen Blick über die Spielzeit 2016/17 hinaus. Wird Trainer Jürg Stadelmann auch dann noch an der Linie stehen?

Dies wird zum richtigen Zeitpunkt kommuniziert. Der Fokus muss jetzt auf den Rückrundenstart gelegt werden.